Bagger sind aktiv – Archäologen hoffen auf Schätze aus dem alten Lustgarten

In Langeleben sollen zwei Teiche entschlammt werden. Das Forstamt will die Gewässer verbessern.

Fachleute bei der Sondierung des ausgehobenen Teichschlamms auf der Wiese.
Fachleute bei der Sondierung des ausgehobenen Teichschlamms auf der Wiese. | Foto: Niedersächsische Landesforsten

Langeleben. Das Forstamt Wolfenbüttel der Niedersächsischen Landesforsten entschlammt mit Unterstützung durch den Naturpark Elm-Lappwald zwei Teiche bei Langeleben im Elm. Jetzt begann das Ausbaggern des ersten Teiches. Zudem werden einige Gehölze am Teichrand entfernt, berichtet das Forstamt. Die Entschlammung des Teichbodens und die Auflichtung des Ufers verbessern langfristig den ökologischen Zustand der Teiche.



Zur Erklärung teilt das Forstamt mit: Bei Langeleben sollen zwei Teiche entschlammt werden, was sie wieder ökologisch aufwerten wird. Durch die derzeitige Verschlammung existiert nur noch eine sehr flache freie Wasserfläche, die sich im Sommer stark aufheizt und dadurch kaum noch Sauerstoff enthält. Dieser sei aus verschiedenen Gründen wichtig – und deswegen greift der Bagger jetzt und sorgt für mehr Platz für den Sauerstoff.

Baggern in Begleitung von Archäologie und Kampfmitteln


Der Bagger begann am heutigen Donnerstag mit dem ersten Teich. Die Entschlammung wird mehrere Tage andauern, wobei die Arbeitsdauer davon abhängt, ob und gegebenenfalls wie viele historisch bedeutsame Gegenstände gefunden werden. Schließlich waren beide Teiche Teil vom Lustgarten des heute nicht mehr vorhandenen Schlosses und altes Geschirr oder ähnliches könnte in den Teichen entsorgt worden sein.

Bagger heben Schlamm aus dem Teich
Bagger heben Schlamm aus dem Teich Foto: Niedersächsische Landesforsten



Deshalb werden Archäologen des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege den Teichaushub untersuchen. Zusätzlich wird er von einem Spezialisten für Kampfmittel auf mögliche Überreste alter Granaten und ähnlicher Gegenstände untersucht, da am Ende des Zweiten Weltkrieges Kampfhandlungen bei Langeleben stattfanden.


Der vollständig untersuchte Teichschlamm wird auf einer benachbarten Wiese zum biologischen Abbau ausgebracht. Die Pflanzen auf der Wiese durchwurzeln dann den Teichschlamm und nehmen seine Nährstoffe auf. Darüber hinaus werden die Gehölze am Ufer ausgedünnt, damit sie den Teich weniger beschatten und weniger Blätter und Zweige in ihn fallen.

Auch die Zuwegung und der Bereich, von dem aus gebaggert wird, werden bereits in diesem Jahr wieder im frühlingshaften Grün erblühen. Anfang 2027 ist die Entschlammung und Auflichtung des zweiten Teiches geplant. Bis zur nächsten Entschlammung dauert es dann wieder viele Jahre, teilt das Forstamt mit.