Die Kreisfeuerwehr hat jetzt eine fahrbare Einsatzzentrale

Für rund 1,4 Millionen Euro wurde ein neuer Einsatzleitwagen angeschafft, der so einige technische Finessen in petto hat.

Gerhard Radeck, Maik Wermuth und Torsten Wendt (v. li.).
Gerhard Radeck, Maik Wermuth und Torsten Wendt (v. li.). | Foto: Landkreis Helmstedt

Helmstedt. Mit dem neuen Einsatzleitwagen, der jetzt an den Landkreis Helmstedt ausgeliefert wurde, steht im Ernstfall eine voll ausgestattete mobile Einsatzzentrale zur Verfügung. Das berichtet der Landkreis in einer Pressemitteilung.



Es sei ein beeindruckendes Gerät, das sich hinter der nüchternen Sprache der Einsatzkräfte verbirgt: Der ELW2 – Einsatzleitwagen 2 – ist ein elf Meter langer MAN-Lkw mit 400 PS und 19 Tonnen Gewicht. Und er steht künftig dem IuK- (Informations- und Kommunikations-) Zug der Kreisfeuerwehr in Krisen oder großen Schadenslagen zur Verfügung.

Hoffentlich nie benötigt


Landrat Gerhard Radeck überzeugte sich zur offiziellen Übergabe von den Qualitäten des hochmodernen ELW2: „Es ist schon beeindruckend, welche Technik heute möglich und in diesem Fahrzeug verbaut worden ist. Einerseits freut man sich über diese Möglichkeiten, aber andererseits hoffen wir alle eigentlich, dass wir keine Schadenslagen erleben müssen, in denen wir dieses Fahrzeug dann wirklich brauchen.“

Das Innere wird zum Besprechungsraum.
Das Innere wird zum Besprechungsraum. Foto: Landkreis Helmstedt


Torsten Wendt, als Erster Kreisrat unter anderem zuständig für Finanzen und den Katastrophenschutz ergänzt: „Die Planung für dieses Fahrzeug läuft schon einige Jahre und war sehr sorgfältig. Schließlich hat der Landkreis hier rund 1,4 Millionen Euro investiert. Aber das ist auch erforderlich, um in größeren Krisenlagen angemessen, schnell und unabhängig handeln zu können. Außerdem ist dieses Fahrzeug Teil der kritischen Infrastruktur für den Zivil- und Katastrophenschutz, kann im Bedarfsfall also vom Land oder benachbarten Kommunen ausgeliehen werden, inklusive Besatzung.“

Platz für 13 Personen


Produziert wurde die mobile Einsatzzentrale vom Hersteller Broadcast Solutions, einem Spezialisten für rollende Kommunikationszentralen. Denn die wirklich wichtigen Werte des Fahrzeugs befinden sich im Inneren: Der ELW2 beherbergt einen voll ausgestatteten Besprechungsraum und einen abgetrennten Funkraum mit vollklimatisiertem Platz für insgesamt 13 Personen. Funk, Mobilfunk und Satellitentechnik stehen ebenso zur Verfügung wie mehrere PC-Arbeitsplätze, Drucker, Empfangsgeräte für TV und Radio, ein digitales Flipchart, alles mit eigener beziehungsweise mobiler Stromversorgung, unabhängig von stationärer Infrastruktur.

Im Inneren gibt es auch einen Funkraum.
Im Inneren gibt es auch einen Funkraum. Foto: Landkreis Helmstedt


Das Highlight: Die zwei hydraulisch ausfahrbaren „Slide Outs“ (Ausschübe), mit denen der Besprechungsraum im Mittelteil des Fahrzeugs um mehrere Meter verbreitert und damit zum Arbeitsplatz für acht Personen werden kann. „Der entscheidende Vorteil dieses ELW2 für uns im Einsatz ist, dass wir dort ortsunabhängig die komplette Einsatzleitung unterbringen können, im Zweifel sogar einen Katastrophenschutzstab. Es stehen alle notwendigen Kommunikationsmittel zur Verfügung, so dass ein Einsatz von vor Ort des Geschehens geführt werden kann und nicht nur viele Kilometer entfernt vom Büro aus, weil vielleicht nur dort die Infrastruktur vorhanden ist. Das gibt uns Feuerwehrleuten schon ein gutes Gefühl, dass man weiß: Der Landkreis hat uns hier gut ausgerüstet für solche Fälle, wir können das meistern“, freut sich Kreisbrandmeister Maik Wermuth.

In den kommenden Wochen werden die Mitglieder des IuK Zuges der Kreisfeuerwehr intensiv auf dem Fahrzeug geschult, bevor es offiziell in die Einsatzbereitschaft geht.

Themen zu diesem Artikel


Feuerwehr Feuerwehr Helmstedt Strom