Ladeinfrastruktur im Landkreis Helmstedt soll ausgebaut werden

Die öffentlichen Ladepunkte sollen also das Angebot zu den privaten Wallboxen, die an Wohnhäusern zum Laden der eigenen Fahrzeuge angebracht sind, ergänzen und so die flächendeckende Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten ermöglichen.

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Symbolbild | Foto: pixabay

Helmstedt. Im Landkreis Helmstedt soll der Ausbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektroautos erfolgen. Darauf haben sich die Bürgermeister und der Landrat verständigt, denn Pkw erzeugen rund 60 Prozent der Ausstöße von Treibhausgasen im Straßenverkehr, berichtet der Landkreis in einer Mitteilung am heutigen Montag.



Die beauftragten Vertreter aus den Verwaltungen der Städte, Gemeinden und Samtgemeinden aus dem Landkreis Helmstedt kamen jüngst in einem Arbeitsteam zusammen, um in dem umfangreichen Projekt den nächsten Schritt zu tun. Die Klimaschutzmanager Oliver Körtge und Christoph Neddermeier vom Landkreis Helmstedt hatten hierzu eingeladen.

„Es ist eine gemeinsame Arbeit von Landkreis, Städten und Gemeinden, sowie dem Land Niedersachsen“, erklärt Oliver Körtge. In dem Projekt werde ermittelt, wie viele öffentliche Ladepunkte für Fahrzeuge benötigt werden und wo sie aufzustellen sind. Dies wird vorrangig auf Grundstücken erfolgen, die den Kommunen gehören.

Bedarf wurde ermittelt


Anna Tiede, Mobilitätsmanagerin von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, erläuterte den Anwesenden, wie sie im Vorfeld den Bedarf an Ladepunkten und Kilowattstunden für die einzelnen Gemeinden berechnet hat. Es wird angenommen, dass jeder Pkw durchschnittlich 50 Kilometer täglich gefahren wird und somit aktuell einen Strombedarf von etwa 10 Kilowattstunden am Tag hat. Daraus, und aus anderen maßgeblichen Daten, ließ sich eine benötigte Ladekapazität errechnen. Bereits vorhandene, öffentlich zugängliche Ladepunkte werden auf den Gesamtbedarf angerechnet. Ebenso die Ladepunkte, die nach gesetzlichen Vorgaben auf Parkplätzen von bestehenden Nichtwohngebäuden, wie zum Beispiel einem Supermarkt mit mehr als 20 Stellplätzen, errichtet werden müssen. Wird ein Nichtwohngebäude umfänglich renoviert, kann sogar schon ab 10 Stellplätzen ein Ladepunkt verpflichtend sein.

Ladeangebot erweitern


Um die Klimaschutzziele zu erreichen, wird angenommen, dass im Jahr 2030 rund 25.000 E-Fahrzeuge im Landkreis Helmstedt zugelassen sein müssten, von denen etwa 4.500 über öffentliche Ladepunkte geladen werden würden. Diese öffentlichen Ladepunkte sollen also das Angebot zu den privaten Wallboxen, die an Wohnhäusern zum Laden der eigenen Fahrzeuge angebracht sind, ergänzen und so die flächendeckende Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten ermöglichen. „Bewohner von Mietshäusern ohne Wallbox, Berufspendler, Kunden von Supermärkten oder Sportler während des Trainings in der Sporthalle gehören beispielsweise zur Zielgruppe der öffentlichen Ladepunkte“, erklärt Christoph Neddermeier. Die Ladestecker sind genormt. Man kann jedes moderne Fahrzeug an jedem öffentlichen Ladepunkt aufladen.

„Es muss nur bei der Auswahl der Standorte durch die Gemeinden bewertet werden, wie lange die Fahrzeuge in der Regel dort vor Ort geparkt und geladen werden“, ergänzt Oliver Körtge, da danach die Ladeleistung der Ladepunkte zu berechnen ist. Ladepunkte mit geringerer Ladeleistung können ein Fahrzeug etwa in einer Stunde mit 11-22 Kilowattstunden laden, was ungefähr 50-100 Kilometern Fahrtstrecke entspricht. Ladepunkte mit größerer Ladeleistung für Fahrzeuge schaffen dies schon in weniger als zehn Minuten. Wenn also jemand eine Stunde im Supermarkt einkauft, dann wird für den Ladevorgang in dieser Zeit eine größere Ladeleistung erforderlich sein, als wenn ein Berufspendler während der Arbeitszeit sein Fahrzeug acht oder neun Stunden lädt.

Voraussetzungen müssen geprüft werden


Für größere Ladeleistungen seien aber auch größere Strommengen nötig. Darum, erläutert Anna Tiede, ist nach Ermittlung der Ladepunkte als nächstes zu prüfen, ob an den jeweiligen Standorten die technischen Voraussetzungen erfüllt sind bzw. nachgerüstet werden können. Diese Prüfung erfolgt vor allem zusammen mit den regionalen Stromanbietern.

Christoph Neddermeier erklärt abschließend, dass wenn die ermittelten Standorte auch realisierbar seien, im Ergebnis das Konzept für LISA, dem Ladeinfrastrukturausbau im Landkreis Helmstedt steht. Anhand dessen können die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden nach Investoren für Ladesäulen suchen, die dann mit den Arbeiten für den Aufbau beginnen werden.

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