Marienborn. In der Gedenkstätte Deutsche Teilung findet am 9. April ein Vortrag von Felix Ludwig, Historiker und Pädagoge der Gedenkstätte, mit dem Titel "Den Toten gedenken. Über die Zählung der Opfer des DDR-Grenzregimes" statt. Darauf weist die Gedenkstätte in einer Pressemitteilung hin.
Vor 36 Jahren begann in Ungarn die Öffnung des Eisernen Vorhangs, wodurch ein Umbruch nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und der ganzen Welt ausgelöst wurde. Auch viele Menschen in unserer Region können sich noch an die Jahrzehnte erinnern, als in unmittelbarer Nähe die innerdeutsche Grenze verlief und den Alltag bestimmte - das benachbarte Sachsen-Anhalt war so nah wie heute und doch so weit entfernt. Manch eine Familie hatte gar Verwandte und Freunde im deutschen Ausland und blickt auf schwierige, oftmals auch leidvolle Erfahrungen zurück. Nicht wenige Familien haben sogar Tote zu beklagen, denn aus den verschiedensten Gründen wollten etliche Menschen die DDR verlassen und kamen oft bei dem Versuch an der Grenze ums Leben. In dem am kommenden Mittwoch stattfindenden Vortrag des Historikers Dr. Felix Ludwig gehe es genau um diese Toten, die Opfer der Deutschen Teilung und um die Diskussionen über die Zählung der Grenztoten.
Das erwartet die Besucher
Dr. Felix Ludwig gehe der Frage nach, wem man gedenkt, wenn man an die Toten des DDR-Grenzregimes erinnert. Was wie eine einfache Frage erscheine, entpuppe sich als Gegenstand heftiger wissenschaftlicher Kontroversen. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, seien seit dem Jahr 1990 verschiedenste Angaben darüber im Umlauf, wieviele Menschen ihr Leben an der innerdeutschen Grenze verloren hätten - diese reichten von 200 bis hin zu 1000 Toten. Wo statistische Zahlen auf individuelle Menschen träfen, würden besondere Fälle und Grauzonen entstehen. Darüber, und wie die Vermittlungsarbeit mit diesem Problem umgehe, spricht Dr. Felix Ludwig.
Alle Informationen für Interessierte
Der Vortrag finde am 9. April um 17 Uhr in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, An der Bundesautobahn 2, 39365 Harbke statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich. Besucher werden jedoch darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung das Thema Suizid beinhaltet.