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Herzöge: Der Verein löst sich auf - Was bleibt ist der Name

Der ehemalige ProB-Teilnehmer hatte zuletzt nur noch als Partner der Spielgemeinschaft MTV/BG Wolfenbüttel fungiert.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Max Förster

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03.07.2020

Wolfenbüttel. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat der Verein MTV Wolfenbüttel von 2012 Herzöge Basketball e.V. beschlossen, sich aufzulösen. Der ehemalige ProB-Teilnehmer hatte zuletzt nur noch als Partner der Spielgemeinschaft MTV/BG Wolfenbüttel fungiert. Das verlief recht erfolgreich: Die Mannschaft von Trainer Thorsten Weinhold durchlief die 2. Regionalliga ohne Niederlage und stieg in die 1. Regionalliga Nord auf. Den Spielbetrieb dort übernimmt jetzt ausschließlich MTV/BG Wolfenbüttel. Dies teilen die Herzöge in einer Pressemitteilung mit.



"Ich bin ganz froh über den Auflösungsbeschluss", wird Präsident Frank Wöstmann in einer Pressemitteilung der Herzöge zitiert. "In der vergangenen Saison sind wir immer wieder auf Parallelstrukturen gestoßen, die für Reibungsverluste und Mehrarbeit gesorgt haben." Durch die Auflösung sei es künftig möglich, Leistungsbasketball, Breitensport und Nachwuchsbereich wieder aus einer Hand anzubieten. "Wir sind dem Aufsichtsrat des MTV Wolfenbüttel dankbar, dass er diesen Weg durch seinen Beschluss ermöglicht hat."

Bei der außerordentlichen Sitzung habe Klaus Dünwald erläutert, wie die künftigen Strukturen rund um die Mannschaft der 1. Regionalliga aussehen werden. Dünwald habe einerseits im Aufsichtsrat der Herzöge gesessen, sei aber andererseits Vorstand des MTV Wolfenbüttel. "Der MTV-Aufsichtsrat hat beschlossen, für diese Mannschaft einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb einzurichten", sagte er. Dort seien Werbeeinnahmen und die Beschäftigung von Profisportlern möglich, ohne dass der MTV fürchten müsse, seine Gemeinnützigkeit zu verlieren. Wichtige Auflage des Gesetzgebers: Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb müsse sich allein finanzieren und dürfe nicht vom Stammverein quersubventioniert werden.

Der Wettkampfname bleibt



"Damit ist auch klar, dass die Kasse der Regionalliga-Mannschaft streng getrennt ist von der restlichen Basketball-Abteilung." Gleichzeitig habe Dünwald versichert, dass Sponsorengelder ausschließlich für diese Mannschaft verwendet werden, wenn sie für die 1. Regionalliga eingeworben werden. In einem früheren Gespräch habe er zudem angekündigt, aus Gründen der Identifikation für diese Mannschaft den Wettkampfnamen "Herzöge" beibehalten zu wollen.

In der außerordentlichen Herzöge-Sitzung sei die Frage laut geworden, warum sich der Verein nicht schon vorigen Sommer aufgelöst habe, als er aus der 2. Bundesliga ProB absteigen musste. "Die Lage ist heute eine ganz andere", meint Wöstmann dazu. Vor einem Jahr sei der MTV noch nicht so weit gewesen, Profisportler unter seinem Dach zu akzeptieren. "Ich glaube, es hat den MTV-Aufsichtsrat beeindruckt zu sehen, dass der Aufstieg mit Wolfenbütteler Jungs und mithilfe von Wolfenbütteler Sponsoren möglich war – und in ständig ausverkaufter Halle voller Wolfenbütteler Fans."

Lediglich eine Gegenstimme



Klaus Dünwald jedenfalls werde in den nächsten Tagen einen Beirat berufen, der die organisatorischen Strukturen der Regionalliga-Mannschaft schaffen soll – dann könnten auch die ersten Verträge gemacht werden. Die anwesenden Mitglieder der MTV Herzöge würden überzeugt von dem Konzept wirken und hätten der Auflösung bei einer Gegenstimme zugestimmt. Zuvor hätte die Versammlung dem Präsidium und dem Aufsichtsrat für das erste Halbjahr 2020 einstimmig Entlastung erteilt. Eigens dafür hätte Kassenprüfer Burkhard Frahm am Tag zuvor die Belege der Monate Januar bis Juni unter die Lupe genommen, aber keine Kritikpunkte gefunden.

Abschließend sei Frank Wöstmann zum Liquidator berufen worden. Er werde für die nächsten zwölf Monate letzte Geschäfte abwickeln, offene Forderungen beibringen und letzte Rechnungen bezahlen.


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