whatshotTopStory

Herzog Anton-Ulrich-Museum erhält Kostbares Trinkgefäß der Renaissance als Dauerleihgabe

Der Deckel des silbervergoldeten Gefäßes, eines sogenannten „Humpens“, vereint die Wappen des Achatz von Veltheim (1538-1588) und der Margarete von Salder (1545- 1615), die 1568 heirateten.

Humpen von Veltheim
Humpen von Veltheim Foto: Photo Courtesy Sotheby’s, London

Artikel teilen per:

18.09.2020

Braunschweig. Ein Historisches Zeugnis und Highlight norddeutscher Goldschmiedekunst kehrt nach Niedersachsen zurück. Die Richard Borek Stiftung, langjährige Förderin des Herzog Anton Ulrich-Museums, ermöglicht den Erwerb eines Topstücks der braunschweigischen Geschichte aus internationalem Privatbesitz und stellt das Werk dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung. Der Deckel des silbervergoldeten Gefäßes, eines sogenannten „Humpens“, vereint die Wappen des Achatz von Veltheim (1538-1588) und der Margarete von Salder (1545- 1615), die 1568 heirateten. Das Stück diente weniger dem praktischen Gebrauch, sondern vielmehr als kostbares Erinnerungszeichen zweier bedeutender Adelsgeschlechter. Dies teilen die 3Landesmuseen Braunschweig mit.



Neben den Silbermöbeln der Welfen, die dem Herzog Anton Ulrich-Museum Ende 2019 als Dauerleihgaben anvertraut wurden, stelle der kostbare Humpen aus der Regierungszeit des Herzogs Julius von Braunschweig-Lüneburg (1528-1589) eine signifikante Stärkung des Bestands an Silberarbeiten dar. Zugleich bereichere er die Stadt um ein weiteres Zeugnis des bedeutenden Rittergeschlechts von Veltheim.

Achatz von Veltheim auf Harbke (bei Helmstedt) habe in Italien und Leipzig Rechtswissenschaft studiert, sei erzbischöflich-magdeburgischer Landrat gewesen und seit 1564 auch als Rat in kurfürstlich-brandenburgischen Diensten. Margareta aus dem mächtigen und angesehen Adelsgeschlecht von Salder sei die Tochter Burchards gewesen, der eine wesentliche Rolle in der Hildesheimer Stiftsfehde gespielt habe, die sich zu einer Auseinandersetzung der niedersächsischen Territorialfürsten entwickelte.

Den Gefäßkörper des Humpens würden an zentraler Stelle ebenfalls die Wappen sowie die Namen des Paares schmücken. Sie stehen unter der Darstellung des auferstandenen Christus mit Segensgestus auf dem Deckel. Diese Anordnung sei gewiss auch symbolisch zu deuten: Die eheliche Verbindung stelle sich unter den Segen des Auferstandenen. Die Wappen werden – außergewöhnlicher Weise – jeweils von den Wappen zweier Generationen weiblicher Vorfahren flankiert. Eine feine Vergoldung akzentuiert die heraldischen Zeichen sowie die eingravierten Ornamente und exquisiten Ziselierungen. Das auf der Gefäßwandung eingravierte Datum 1578 deute wohl auf das zehnjährige Jubiläum der Eheschließung von Achatz und Margarete. Vermutlich habe ein zweiter Humpen als Pendant existiert, der die Wappen der männlichen Ahnen abbildete.

Das Rittergeschlecht von Veltheim, das seit Ende des 15. Jahrhunderts das Amt des Erbkämmerers im Herzogtum Braunschweig innehatte, habe im Jahr 1514 zusätzlich das Amt des Küchenmeisters als Lehen erhalten(unter Achatz 1569 als erbl. Lehen). Auf einem Teil des heutigen Burgplatzes habe sich als herzogliche Enklave inmitten der Stadt Braunschweig eine Reihe von Lehnshöfen erstreckt, darunter das Grundstück des Küchenhofes. Dort hätten sich Achatz und Margarete einen städtischen Adelshof errichten lassen(1573). Er sei das einzige noch erhaltene Gebäude des ehemaligen Lehnshofensembles und nach dem Dom das älteste erhaltene Anwesen auf dem Platz (heute Sitz der Handwerkskammer).


zur Startseite