Heute ist Weltfrauentag: Ist ein neuer Feiertag in Sicht?

Gewerkschaften, Frauenverbände und Gleichstellungsinitiativen machen mobil, um den Frauentag auf eine offizielle Stufe mit anderen Feiertagen zu heben.

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Symbolfoto | Foto: Anke Donner

Region. Heute ist der 8. März, der Internationale Frauentag. Ein Tag, der weltweit für Gleichberechtigung, Frauenrechte und gesellschaftliche Anerkennung steht. In Deutschland ist er bislang nur in Berlin (seit 2019) und Mecklenburg-Vorpommern (seit 2023) ein gesetzlicher Feiertag, in Niedersachsen werden aber die Rufe nach einem gesetzlichen Feiertag immer lauter.



Gewerkschaften, Frauenverbände und Gleichstellungsinitiativen machen mobil, um den Frauentag auf eine offizielle Stufe mit anderen Feiertagen zu heben. Anlässlich des diesjährigen Weltfrauentages unterstrich der ver.di-Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen gemeinsam mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis, dass geschlechtsspezifische Ungleichheiten nach wie vor eine bittere Realität darstellen. Die Kritikpunkte reichen von den anhaltenden Lohnunterschieden über die ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit bis hin zur weiterhin geringen Repräsentanz von Frauen in den Führungsetagen der Wirtschaft.

Petition eingereicht


Den entscheidenden Stein ins Rollen brachten Akteure wie der Landesfrauenrat und die Gewerkschaft ver.di durch eine gemeinsame Online-Petition. Mit mehr als 7.000 Unterstützern wurde das notwendige Quorum von 5.000 Unterschriften deutlich überschritten, sodass sich der Petitionsausschuss des Landtags offiziell mit dem Anliegen befassen musste. Nach einer ersten Prüfung wurde die Forderung zur weiteren Beratung direkt an das niedersächsische Landtagsplenum weitergeleitet.

In der politischen Arena herrscht seither ein reger Austausch der Argumente. Während die Befürworter betonen, dass ein solcher Feiertag die Leistungen von Frauen würdigen und ein unübersehbares Zeichen für die Gleichstellung setzen würde, warnen Arbeitgeberverbände vor wirtschaftlichen Nachteilen und stehen zusätzlichen arbeitsfreien Tagen skeptisch gegenüber. Dennoch hat das Verfahren bereits eine konkrete Hürde genommen: Im November 2025 überwies der Landtag das Anliegen zur Prüfung an das Innenministerium.

Entscheidung naht


Nun rückt eine Entscheidung in greifbare Nähe. Am 12. März startet das offizielle Prüfverfahren mit einem Runden Tisch im Innenministerium. Ute Gottschaar, die stellvertretende Landesleiterin von ver.di, formulierte dazu eine klare Erwartungshaltung. Man hoffe auf eine zügige Prüfung, die letztlich in einem positiven Ergebnis für die Einführung des 8. März als gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen mündet. Ob der Weltfrauentag künftig dauerhaft arbeitsfrei sein wird, liegt nun in den Händen der Landespolitik.

Der Internationale Frauentag


Der Internationale Frauentag am 8. März ist ein weltweiter Aktionstag für Frauenrechte, Gleichberechtigung und gesellschaftliche Anerkennung. Er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Frauen- und Arbeiterinnenbewegung, insbesondere für das Wahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und gleiche Bezahlung. Heute wird der Tag genutzt, um auf Diskriminierung, Gewalt, ungleiche Bezahlung und mangelnde Teilhabe von Frauen aufmerksam zu machen, und wird von vielen Ländern und Organisationen weltweit mit Demonstrationen, Veranstaltungen und Diskussionen begangen.