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Hinter der Kamera und in der Dunkelkammer



Goslar

Hinter der Kamera und in der Dunkelkammer

von Alec Pein


Barbara Eberhardt, Martin Horstmann, Michael Sauthoff, Jörn Barniel, Wilfried Störmer und Michael Gropengießer bilden gemeinsam die Foto-Werkstatt. Foto: Alec Pein
Barbara Eberhardt, Martin Horstmann, Michael Sauthoff, Jörn Barniel, Wilfried Störmer und Michael Gropengießer bilden gemeinsam die Foto-Werkstatt. Foto: Alec Pein Foto: Alec Pein

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Goslar. Mit viel Liebe zur Fotografie, Hingabe zum eigenen Hobby und freundschaftlichem Miteinander innerhalb der Gruppe widmete sich die "Foto-Werkstatt" in diesem Jahr erneut ihrer Jahresausstellung im Goslarer AOK-Servicecenter. Im Vordergrund steht dabei das Analoge: Zwar nagt der Zahn der Zeit, unter anderem in Form von steigenden Materialkosten, an den Möglichkeiten, die sechs Analog-Fotofans bemühen sich aber die alte Kunst am Leben zu erhalten - und vor allem sichtbar zu machen.

Der eine oder andere Kunde bleibt beim Gang durch die AOK-Gänge gerne mal stehen und genießt den Anblick einer guten Fotografie, statt einfach an schnöden weissen Wänden vorbeizulaufen. Jene Menschen, die für ein weiteres Jahr neue Bilder zur Verfügung stellten, fanden sich am heutigen Donnerstag zur offiziellen Eröffnung im AOK-Servicezentrum und einer Besichtigung der Fotostrecken zusammen.

Vier Fotografen, vier Themen


Martin Horstmann erstellte eine Serie zum Thema "Rund um die Rennbahn". Pferde und mitfiebernde Zocker? Fehlanzeige. Seine Serie präsentiert eine Rennbahn, wie sie wohl nur ein echter Bad Harzburger kennt: Ruhig, friedlich und mit Orten, die zum Verweilen einladen. Horstmann verwandelte beispielsweise den künstlich angelegten Wassergraben auf der Rennbahn, im Licht der Abenddämmerung zur Bilderbuch-Dorfidylle. Viele weitere Ausschnitte der Landschaft drumherum machen Lust auf einen Spaziergang.

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Michael Gropengießer erläutert dem interessierten AOK-Regionaldirektor Rainer Rinne seine Urlaubsaufnahme. Foto: Alec Pein




"Altes Blech" heißt im völligen Gegensatz dazu die Serie von Michael Gropengießer. Dahinter verbergen sich Oldtimer, die er oft zu entsprechender Gelegenheit während Oldtimer-Treffen fotografiert. Manchmal läuft einem aber auch im Urlaub ein ganz besonderes Exemplar über den Weg: Ein Autowrack vor einer Autowerkstatt etwa, aus dem ein ganzer Busch wächst, wurde zum interessanten Fotomotiv. Dieses gilt es dann in Szene zu setzen, später mit entsprechend passender Farbgebung auf das Papier zu bringen und zu rahmen. Bei Letzterem spielt Michael Sauthoff die Hauptrolle. In seiner Rahmenwerkstatt entstehen von Hand die passenden Passepartous und Holzrahmen, die das Motiv farblich ergänzen. Bei Sauthoff befindet sich außerdem die Dunkelkammer, in der bei den Arbeitstreffen die Aufnahmen vergrößert und entwickelt werden.

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Wilfried Störmer. Foto: Alec Pein



Der dritte teilnehmende Fotograf der Ausstellung ist Wilfried Störmer, der heimische Orchideen aufspürt und ablichtet. Eine Etage des AOK-Servicezentrums ist seinem Thema gewidmet. Störmers Bilder hängen aktuell übrigens auch im Goslarer Finanzamt. Weiter ging es am Donnerstag zur Serie der vierten im Bunde, zu Barbara Eberhardts Serie "Eisenbahn". Sie sammelte Aufnahmen alter Technik an Bahnstrecken, auf Bahnhöfen und deren Umfeld. Dabei stellte sie den Fokus in ihren Detailaufnahmen auf hübsche Details, die beim einfachen vorbeigehen leicht übersehen worden wären.

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Barbara Eberhardt. Foto: Alec Pein



Insgesamt ist die Foto-Werkstatt aktuell zu sechst und trifft sich regelmäßig zum klönen und natürlich zum gemeinsamen Erstellen von Abzügen. Alles in allem ist eine Ausstellung gelungen, die ohne viel Hingabe wohl nicht möglich wäre. Die analogen Entwicklungsverfahren "kosten", von Material ganz zu schweigen, eben Zeit. Und genau darum geht es erklärt Sauthoff: Wenn man ein Hobby hat, das man liebt, geht es darum diesem möglichst viel Zeit zu widmen und es genau so zu machen, wie man es haben möchte. Die Kunden der AOK danken es ihnen hoffentlich: Wer mal warten muss, hat etwas zu gucken - und zwar keine Serienproduktionen aus dem Möbelkaufhaus, sondern echte Handarbeit. Bis zum nächsten Jahr, wenn die Bilder traditionell wieder im Sommer ausgetauscht werden, sollen die Bilder der Gruppe hängen bleiben.


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