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Hinter Glas: Sonderausstellung „Es lebe die Freiheit!“ – Junge Menschen gegen den Nationalsozialismus

Da die Wanderausstellung über den jugendlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus nicht ausfallen sollte, wurde sie in die Wintergärten des Lessingtheaters verlegt. Online stehen Audiobeiträge zur Verfügung.

Ein Blick in die Ausstellung im Lessingtheater.
Ein Blick in die Ausstellung im Lessingtheater. Foto: Stadt Wolfenbüttel

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18.11.2020

Wolfenbüttel. Die ursprünglich für das Bürger Museum geplante Sonderausstellung „‚Es lebe die Freiheit!‘ – Junge Menschen gegen den Nationalsozialismus“ wird aufgrund der Schließung der Wolfenbütteler Museen in den beiden Wintergärten des Lessingtheaters präsentiert und ist seit Mittwoch, 18. November, für Schülergruppen und Geschichtsinteressierte durch die Scheibe zu sehen. Hierüber berichtet das Museum Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung.



Es handelt sich um eine Wanderausstellung, die vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 au Frankfurt konzipiert und inhaltlich erarbeitet wurde. Die Ausstellung, die vom 18. November bis zum 18. Dezember zumindest hinter Glas im Theater zu sehen ist, zeigt den Mut, den Jugendliche und junge Menschen durch ihre Widerstandshandlungen in der NS-Diktatur bewiesen. Gleichzeitig wird das hohe Risiko deutlich, das sie mit ihrem Protestverhalten gegen das nationalsozialistische Unrechtsystem und den Willkürstaat eingingen.

Schon ein 'Nein' konnte den Tod bedeuten


„Vor allem für Schulklassen und junge Menschen ist die Ausstellung etwas Besonderes. Man kann der jungen Generation den NS-Staat nicht besser erklären und Protest- und Widerstandsmöglichkeiten in einer Diktatur aufzeigen als durch das Handeln und das Verhalten Gleichaltriger. Auch die beigefügten Fotos und Dokumente erzählen die jeweiligen Verfolgungsgeschichten eindrucksvoll und lebhaft“, sagte Markus Gröchtemeier, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter. „Man darf dabei nicht vergessen, dass schon das Anecken und noch mehr natürlich das ‚Nein-Sagen‘ und das Widerstand leisten hochgradig gefährlich war und den Tod bedeuten konnte. Dies zeigen die mutigen Lebensgeschichten der 19 Einzelpersonen, der ausländischen Widerständler und die fünf deutschen Jugendgruppen eindringlich und sehr bewegend“, ergänzt Lena Simon, die die Ausstellung im Rahmen des (abgesagten) Lessingfestivals zeigen wollte.

Hans Scholls letzte Worte


„Es lebe die Freiheit“ waren Hans Scholls letzte Worte vor seiner Hinrichtung als Mitglied der jugendlichen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Die gleichnamige Sonderausstellung besteht aus 32 selbst stehenden Tafeln. 26 Tafeln behandeln einzelne Biografien sowie den europäischen Widerstand, sechs dienen der Einführung und Erklärung. Die einzelnen Biografien bringen den Betrachtern die Lebensläufe von jungen Kommunisten, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, Juden oder ursprünglich unpolitischen jungen Menschen näher und sind in leichter Sprache verfasst. Die Personen stammten aus verschiedenen sozialen und politischen Milieus.

Das Gesicht des Widerstandes


Gezeigt wird die ganze Bandbreite des widerständigen Handelns: vom frechen, oppositionellen Verhalten, dem Unangepasst sein bis zu organisiertem aktiven Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Als Widerstandsgruppen sind die „Edelweißpiraten“, die „Weiße Rose“, die Rote Kapelle“, die „Swing-Jugend“ und die weniger bekannte, aus jüdischen Jugendlichen bestehende „Baum-Gruppe“ vertreten. Diese Ausstellung bildet den Auftakt zu einem Forschungs- und Partizipationsprojekt der Stadt Wolfenbüttel zum Thema Jugendkultur und Jugendprotest in Wolfenbüttel (1945 bis 2021). Im Herbst 2021 soll im Bürger Museum hierzu eine Ausstellung gezeigt werden und eine Broschüre erscheinen.

Im Internet können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung in sechs einzelnen Audiobeiträgen etwas über die Biografien der jungen Widerständlerinnen und Widerständler erfahren.


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