IG Metall fordert aktive Industriepolitik und kritisiert Sozialabbau-Debatten

Der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, hat anlässlich des aktuellen Konjunkturberichts der Industrie- und Handelskammer zu Niedersachsen (IHKN) die wirtschaftliche Lage als „herausfordernd“ bezeichnet.

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Schweißer bei der Arbeit (Archiv)
Schweißer bei der Arbeit (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Hannover. Der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, hat anlässlich des aktuellen Konjunkturberichts der Industrie- und Handelskammer zu Niedersachsen (IHKN) die wirtschaftliche Lage als „herausfordernd“ bezeichnet. Deutschland arbeite sich zwar mühsam aus der Rezession, die Dynamik falle im europäischen Vergleich aber spürbar schwächer aus, teilte Gröger am Freitag mit. Er forderte, dass die öffentlichen Investitionen aus dem Sondervermögen schnell in Infrastruktur, Energiewende und Forschung fließen müssten, um die Zukunftsfähigkeit des Landes zu sichern. Gröger kritisierte scharf Forderungen von Arbeitgeberverbänden und Teilen der Politik nach einem Rückbau sozialer Sicherheiten wie längeren Arbeitszeiten oder Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.


Ein „sozialpolitischer Kahlschlag“ sei nicht nur unsozial, sondern auch kontraproduktiv, da er Unsicherheit fördere und die fragile Binnennachfrage weiter dämpfen würde. Stattdessen brauche es eine Politik, die Vertrauen durch verlässliche Rahmenbedingungen und zielgenaue Investitionen stifte. Als zentrale Maßnahmen forderte der Gewerkschafter einen wirksamen Industriestrompreis, eine konsequente Förderung von Zukunftstechnologien und eine stärkere europäische Wertschöpfung durch strategische öffentliche Beschaffung.

Die immergleichen Debatten über soziale Einschnitte seien vor allem „Ablenkungsmanöver statt Problemlösung“ und würden der Konjunktur nicht helfen, so Gröger abschließend.