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IHK-Studie zum Einzelhandel: Corona hat die Digitalisierung beschleunigt

Rund ein Drittel der befragten Unternehmen hat sogar einen eigenen Onlineshop.

Einzelhandel, Kleidung, Geschäft, Symbolfoto: Pixabay
Einzelhandel, Kleidung, Geschäft, Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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11.09.2020

Region. Forscher des Institutes ibi research der Universität Regensburg haben zusammen mit 46 Industrie- und Handelskammern sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach 2017 zum zweiten Mal eine umfassende Untersuchung über den Einfluss der Digitalisierung auf den deutschen Einzelhandel durchgeführt und die Studie „Der deutsche Einzelhandel 2020“ vorgelegt. Ein zentrales Ergebnis der bundesweiten Studie ist, dass inzwischen 51 Prozent der Einzelhändler digitale Vertriebskanäle nutzen. Hierbei handelt es sich um einen Anstieg um fünf Prozent im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2017, wie die IHK Braunschweig in einer Pressemitteilung berichtet.



Im Bezirk der IHK Braunschweig haben sogar 55 Prozent der Einzelhändler unterschiedlichste Online-Kanäle im Einsatz. Die Befragung erfolgte im Zeitraum von Ende Januar bis Ende Mai 2020 und zeigt, dass die Corona-Pandemie sowie die damit verbundenen Einschränkungen und Maßnahmen die Entwicklung hin zum Online-Vertrieb und -Marketing beschleunigt haben. „Gerade während des Lockdowns haben viele Mitgliedsunternehmen verschiedene digitale Geschäftsmodelle aufgebaut, um für ihre Kunden erreichbar zu bleiben“, sagt Christian Scheffel, Handelsexperte der IHK Braunschweig. Das stationäre Ladengeschäft bleibe aber trotz zunehmender Online-Aktivitäten der wichtigste Vertriebskanal für den Einzelhandel, wie 77 Prozent der Befragten bestätigten.

Wie aus der Sonderauswertung für den Bezirk der IHK Braunschweig hervorgeht, nutzen mittlerweile fast zwei Drittel aller Händler eine eigene Website und/oder Facebook als Kommunikationskanal. Mehr als ein Drittel der Befragten verfügte sogar über einen eigenen Webshop. In Verbindung zu den bundesweiten Umfrageergebnissen ist auffällig, dass vor allem mittlere und große Händler digitale Anwendungen nutzen. Ein nahezu identisches Bild ergibt sich beim Einsatz digitaler Technologien im Back-Office, zum Beispiel Warenwirtschaftssystemen oder Kundendatenbanken. „Für kleine Händler ist die praktische Umsetzung digitaler Projekte aufgrund fehlender zeitlicher und finanzieller Ressourcen oftmals nur schwer realisierbar“, erklärt Scheffel. Darüber hinaus zählen rechtliche Unsicherheiten wie Datenschutzerfordernisse und Informationspflichten zu den größten Hemmnissen bei der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen in den Unternehmen.


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