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IKEA-Mitarbeiter in Braunschweig streiken: "Lohnpause ist indiskutabel"



IKEA-Mitarbeiter streiken: "Lohnpause ist indiskutabel"

Etwa 50 Beschäftigte hätten sich am Streik beteiligt.

Die streikenden Mitarbeiter vor dem IKEA in Braunschweig.
Die streikenden Mitarbeiter vor dem IKEA in Braunschweig. Foto: ver.di Braunschweig

Braunschweig. Etwa 50 Beschäftigte des Möbelhauses IKEA Braunschweig folgten am heutigen Mittwoch dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di zu einem ganztägigen Warnstreik. Mit der Arbeitsniederlegung protestierten die Beschäftigten laut einer Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di gegen das Verhalten der Arbeitgeber in der gegenwärtigen Tarifrunde. Hier wurde in der ersten Verhandlungsrunde noch kein Angebot vorgelegt. Die Streikenden seien empört über das Ansinnen der Arbeitgeber, im Jahr 2021 jegliche Entgelterhöhung grundsätzlich ausfallen zu lassen. Auch die geforderte Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge hätten die Arbeitgeber ab.



„Eine Lohnpause für das Jahr 2021 ist indiskutabel und mit uns keinesfalls zu machen! Auch in diesem Jahr kann und muss es deutliche Erhöhungen geben. Je früher, desto besser, denn die Preise steigen seit Jahresbeginn wieder kräftig“, erklärte die Braunschweiger ver.di-Sekretärin Kornelia Jung. „Dass die Mitarbeitenden im Handel noch vor Kurzem als die systemrelevanten Helden der Pandemie gefeiert wurden, ist offenbar schnell in Vergessenheit geraten“, so Jung weiter. Am 10. Juni werden die Verhandlungen fortgesetzt. Sollte es auch dann immer noch kein faires Angebot der Arbeitgeber geben, will die Gewerkschaft den Arbeitskampf ausweiten und intensivieren.

ver.di in besonderen Fällen zu Gesprächen bereit


ver.di hat die Entgelttarifverträge zum 30. April gekündigt und fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro Sockelbetrag, ein tarifliches Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro. Alles über eine Laufzeit von 12 Monaten. Weiterhin wird eine Allgemeinverbindlichkeit gefordert, also eine Gültigkeit für den gesamten Handel.



In Fällen, wo Unternehmen aufgrund der aktuellen Krise in eine wirtschaftliche Notlage geraten sind, ist ver.di zu Gesprächen bereit, mit denen angepasste tarifliche Lösungen erzielt werden sollen. Dies lehnen die Arbeitgeber ab, sie wollen Differenzierungen bereits im Tarifvertrag.


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