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Im Interview: Josef Schmidt über seine Kriegsgefangenschaft

von Anke Donner


Josef Schmidt, Gründer des Reisebüro Schmidt, spricht im Interview über seine vierjährige Kriegsgefangenschaft. Foto/Video: Anke Donner
Josef Schmidt, Gründer des Reisebüro Schmidt, spricht im Interview über seine vierjährige Kriegsgefangenschaft. Foto/Video: Anke Donner

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23.10.2016

Wolfenbüttel. Josef Schmidt hat den Zweiten Weltkrieg überlebt. Man könnte sogar sagen, er hat ihm getrotzt. Denn nicht nur ein Mal ist er dem Tod entronnen. So heißt auch sein Buch, das er über seine Kriegserlebnisse schrieb und über das er mit regionalHeute.de sprach.



Menschen wie Josef Schmidt gibt es heute nur noch wenige. Menschen, die den Zweiten Weltkrieg erlebt und vor allem überlebt haben. Die für ihr Vaterland in den Krieg zogen oder ziehen mussten und dabei das Grauen täglich vor Augen hatten. Die Kameraden haben sterben sehen und dem Tod selber mehr als ein Mal ins Gesicht schauten. Josef Schmidt, der zwischen 1944 und 1948 in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft war, sagt von sich selbst: "Ich habe wohl mehr als einen Schutzengel gehabt." Schutzengel, die viele seiner Weggefährten nicht hatten. Noch heute höre er die Schreie seiner Kameraden, die dem Krieg zum Opfer fielen. Der heute 92-Jährige hat vier Jahre lang eine unglaubliche Tortur durchgemacht - er war 20 Jahre alt, als er in Gefangenschaft geriet. Und 21 Jahre alt, als er einem Massaker im Jugoslawischen Gebirge entkommen konnte. Was folgten waren Zwangsarbeit, Hunger, Leid, die ständige Angst, den nächsten Tag nicht zu überleben und die Sehnsucht nach der Heimat. Nur der Gedanke an seine Familie und vor allem an seine Mutter habe ihn angetrieben, sagt Josef Schmidt. Im Jahr 2014, 70 Jahre nachdem er in Gefangenschaft geriet, verfasste Josef Schmidt ein Buch mit dem Namen "Dem Tode entronnen". Darin schildert er noch einmal seine Erlebnisse. Vor allem aber habe er das Buch geschrieben, um die Geschichte, seine Geschichte, festzuhalten. Er möchte seinen Enkeln ein Zeugnis von dem hinterlassen, was er erlebt hat. Zum anderen möchte er mit dem Niedergeschriebenen an die vielen Kameraden erinnern, die an seiner Seite kämpften und ihr Leben lassen mussten. "Das bin ich ihnen einfach schuldig", sagt Josef Schmidt.

Am 26. Oktober will Josef Schmidt auf Einladung des Volksbund Kreisverband Wolfenbüttel auf einer Informationsveranstaltung von seinen Erlebnissen erzählen. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr im Schmidt-Terminal in Wolfenbüttel statt. Für regionalHeute.de ist Josef Schmidt schon einmal in die Vergangenheit getaucht und hat im Interview von den schlimmsten Jahren seines Lebens erzählt.


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