Impfung der Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen hat höchste Priorität

Bisher konnten etwa 2.200 Bewohner in Alten- und Pflegeheimen in Braunschweig mit der Schutzimpfung gegen COVID-19 durch die zwei mobilen Teams des Impfzentrums versorgt werden.

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Symbolbild Foto: Rudolf Karliczek

Braunschweig. Rund 18.000 Braunschweiger, die bereits das 80. Lebensjahr vollendet haben und damit zu dem vordringlich gegen das Coronavirus zu impfenden Personenkreis gehören, erhalten in den nächsten Tagen laut Stadtverwaltung ein Informationsschreiben der Stadt Braunschweig. Darin wird in Ergänzung des Schreibens des Landes unter anderem dargelegt, wie eine Terminvereinbarung im Impfzentrum erfolgen kann und wie sich der Impfablauf gestaltet.


Offen muss allerdings noch bleiben, wann das Impfzentrum Braunschweig seinen Betrieb aufnehmen wird, da die Impfpriorität derzeit im Einklang mit den einschlägigen fachlichen Empfehlungen beziehungsweise Vorgaben bei den Bewohnern von Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie beim medizinischen und pflegerischen Personal liege.

Warten auf Impfstoff


"Ohne verlässliche Aussagen über die Lieferung von ausreichend großen Chargen des Impfstoffes können wir jetzt leider noch keine Termine für Impfungen vor Ort im Impfzentrum Braunschweig vergeben. Die Impfung der Bewohnerinnen und Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen durch die mobilen Teams hat für uns bei der derzeitigen weiterhin zu geringen Versorgung mit Impfstoff Vorrang, denn hier besteht das höchste Infektionsgeschehen. Wir bemühen uns derzeit beim Land um einen einheitlichen Terminstart aller Impfzentren in Niedersachsen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass quasi ein "Impftourismus" zu dem Impfzentrum entsteht, das als erstes Impftermine freigibt. Schließlich können derzeit Städte und Kreise mit weniger Pflege- und Altersheimen früher Termine in ihren Impfzentren anbieten als Braunschweig mit einer hohen Zahl solcher Einrichtungen." sagt Organisationsdezernent Dr. Thorsten Kornblum als Leiter der Task Force "Impfzentrum". Dementsprechend müsse die Impfstoffverteilung des Landes organisiert werden. "Sobald genug Impfstoff da wäre, dass wir Menschen in Heimen und über 80-Jährige außerhalb von Heimen impfen können, machen wir das sofort. Eine Sonderverteilung des Impfstoffs durch das Land in Städte und Kreise mit einer hohen Anzahl Alten- und Pflegeheime wäre wünschenswert. So könnten alle Städte gleichzeitig mit dem Impfen vor Ort im Impfzentrum beginnen."

Bisher konnten etwa 2.200 Bewohner in Alten- und Pflegeheimen in Braunschweig mit der Schutzimpfung gegen COVID-19 durch die zwei mobilen Teams des Impfzentrums versorgt werden. Am heutigen Freitag erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das pflegerische und medizinische Personal in einigen Alten- und Pflegeheimen bereits ihre Zweitimpfung. Am Vortag hat das Impfzentrum jeweils 975 Impfdosen zur Fortsetzung der Erstimpfungen sowie zum Beginn der Zweitimpfung erhalten. Mit Ende des heutigen Arbeitstages der mobilen Impfteams sind die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das pflegerische und medizinische Personal von 22 Alten- und Pflegeheimen in Braunschweig geimpft worden.

Impfungen mussten ausgesetzt werden


Aufgrund von Quarantänefällen in elf Braunschweiger Alten- und Pflegeheimen musste die Erstimpfung in den betroffenen Heimen teilweise ausgesetzt werden. "Wir machen uns die Entscheidung natürlich nicht leicht und können das Unverständnis der Betroffenen und Angehörigen nachvollziehen. Die Leitung des Impfzentrums muss in diesen Fällen genau abwägen und die Gegebenheiten vor Ort sowie die Sicherheit aller Beteiligten berücksichtigen. Wir können hier nur um Geduld bitten", sagt Prof. Dr. Karl Wessel, medizinischer Leiter des Impfzentrums Braunschweig. Ziel sei es weiterhin, Ende Februar die Impfungen durch die mobilen Teams in den Alten- und Pflegeheimen abzuschließen.

"In dem Anschreiben an unsere über 80-jährigen Mitbürgerinnen und Mitbürger klären wir einerseits über die Terminvergabe seitens des Landes, über die Formulare und den Ablauf im Impfzentrum auf, werben aber auch um Verständnis, das wir noch nicht unmittelbar Terminfenster für das Impfzentrum an das Land melden können - auch wenn wir seit dem 15. Dezember 2020 betriebsbereit sind", sagt Dr. Thorsten Kornblum.

Das Land Niedersachsen hatte angekündigt, die Hotline für Impf-Termine bereits am 28. Januar 2021 freizuschalten, unter anderem in einem Informationsschreiben des niedersächsischen Sozialministeriums an die über 80-jährigen und Bürger in Niedersachen. Da die Adressdaten des vom Ministerium beauftragten Postdienstleisters nicht vollständig waren, wurden viele ältere Menschen auf diesem Weg nicht erreicht. Städte und Gemeinden wurden daher vom Land gebeten, die jetzt Impfberechtigten auf Basis ihres Melderegisters anzuschreiben und über die Impfung in den Impfzentren zu informieren.


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