whatshotTopStory

Insektensterben: "Nicht länger reden sondern endlich handeln"


Eingriffe in Wegerandstreifen auf städtischen Grundstücken nördlich Lochtums. Foto: Bürgerliste für Goslar und Vienenburg
Eingriffe in Wegerandstreifen auf städtischen Grundstücken nördlich Lochtums. Foto: Bürgerliste für Goslar und Vienenburg Foto: privat

Artikel teilen per:

21.06.2018

Goslar. In einem Änderungsantrag zum geplanten Grundstückstausch zwischen der Realgemeinde Lochtum und der Stadt Goslar fordert die Ratsfraktion der Bürgerliste für Goslar und Vienenburg auf, nach diversen politischen Initiativen anderer Ratsfraktionen im Kampf gegen das massive Insektensterben nicht mehr länger zu reden sondern endlich zu handeln.


Bürgerlisten-Fraktionsvorsitzender Henning Wehrmann: "Die Ratsfraktionen – allen voran die Grünen und die Freien Demokraten – überbieten sich derzeit mit Anträgen zu einer insektenfreundlicheren Grünflächengestaltung in der Stadt und selbst der Oberbürgermeister hat dieses Thema zwischenzeitlich für sich entdeckt. Wenn es allerdings um die konkrete Umsetzung geht, herrscht bei diesen Protagonisten Sendepause."

Aktueller Hintergrund: Die Stadt Goslar will der Realgemeinde im Goslarer Stadtteil Lochtum innerörtliche Grundstücken mit maroden Flussmauern entlang der Schamlah abnehmen. Als Ausgleich soll die Realgemeinde städtische
Wegeparzellen in der Feldmark erhalten. "Diese sind allerdings für die Biotopvernetzung und damit für den Bienen- und Insektenschutz von herausragender Bedeutung", so Wehrmann.

Randstreifen der Wegegrundstücke kahlgemäht


Eine Ortsbesichtigung durch die Bürgerliste habe zwischenzeitlich ergeben, dass die Randstreifen der betreffenden städtischen Wegegrundstücke in einer Weise kahlgemäht wurden, die selbst den Hinweisen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen widersprechen. Nach diesen Hinweisen sind Mäheinsätze erst nach dem 15. Juli eines Jahres vorzunehmen, wenn bereits Abwurf und Verteilung der Blütensamen erfolgt sind.

"Wenn die Stadt der Realgemeinde marode Flussmauern abnimmt, die anschließend für über eine viertel Million Euro auf Kosten der städtischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler saniert werden müssen, darf man im Gegenzug von der Realgemeinde zumindest in der Frage der Erhaltung von blühenden Wegerandstreifen zum Bienen- und Insektenschutz entsprechende Gegenleistungen erwarten. Alles andere wäre ein schlechter Deal", betont die Bürgerliste.

Eine Frage derpolitischen Glaubwürdigkeit


Für die Bürgerliste ist ein entsprechendes Vorgehen letztlich auch eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit: Wer in der politischen Diskussion einerseits „Bienenweiden“ auf innerstädtischen Grünflächen einfordere, könne anderseits nicht
ausgeräumte Agrarsteppen als Normalzustand akzeptieren.


zur Startseite