Goslar

Interreligiöse Studientage im St. Jakobushaus


17 Studierende der katholischen, evangelischen und islamischen Theologie kamen vom 16. bis 18. Oktober zum ersten Mal zu „Interreligiösen Studientagen“ in der Akademie St. Jakobushaus zusammen. Fotos: Privat
17 Studierende der katholischen, evangelischen und islamischen Theologie kamen vom 16. bis 18. Oktober zum ersten Mal zu „Interreligiösen Studientagen“ in der Akademie St. Jakobushaus zusammen. Fotos: Privat Foto: Privat

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18.10.2017

Goslar. Es war ein Experiment und sie haben sich darauf eingelassen: 17 Studierende der katholischen, evangelischen und islamischen Theologie kamen vom 16. bis 18. Oktober zum ersten Mal zu „Interreligiösen Studientagen“ in der Akademie St. Jakobushaus zusammen.


Unter dem Motto des Koranzitats „… damit ihr einander kennenlernt“ setzten sie sich drei Tage lang mit ihrer eigenen Religion und dem Kennenlernen der „anderen“ Religion auseinander. Die Studientage ganz im Zeichen der Begegnung wurden ins Leben gerufen, um es angehenden Religionslehrerinnen und -lehrern bereits im Studium zu ermöglichen, sich auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Schule zu entwickeln.


Gerade die angeregten Gespräche bei den gemischten Gruppenarbeiten zeigten das große Interesse an der jeweilig anderen Religion und Konfession. Foto:



„Diese Schwerpunktsetzung auf die Praxis des interreligiösen Lernens ist das Besondere an unseren Studientagen“, so Dr. Theresa Beilschmidt, Referentin an der Akademie St. Jakobushaus, die das Konzept gemeinsam mit Dr. Hakkı Arslan und Dr. Jörg Ballnus (Islamische Theologie, Osnabrück), Dr. Michael Schober (Katholische Theologie, Hildesheim) und Prof. Dr. Martin Schreiner (Evangelische Theologie, Hildesheim) entwickelt hatte. Unter Anleitung des christlich-muslimischen Referententeams wurden während der drei Tage die Themen Sakralraumpädagogik, Gebet, Spiritualität und komparatives Lernen am Beispiel von Bibel und Koran für die Praxis im Religionsunterricht erarbeitet. Einladungen zum Gebet gehörten ebenso zum Programm wie eine von den Studierenden selbst gestaltete Kirchenführung und ein Moscheebesuch, bei dem die konkrete religiöse Praxis miterlebt werden konnte.

"Diese Studientage brauchen wir Studierende und vor allem wir als Gesellschaft"


Ferner wurden verschiedene Projekte des interreligiösen Dialogs vorgestellt. Gerade die angeregten Gespräche bei den gemischten Gruppenarbeiten zeigten das große Interesse an der jeweilig anderen Religion und Konfession. Sie machten deutlich, wie wichtig Räume des offenen, ehrlichen Austausches und Lernens sind. Dies wurde auch von den Teilnehmenden positiv vermerkt, die zurückmeldeten, dass die persönlichen Begegnungen viel Verständnis für die andere Religion vermittelten. „So etwas wie diese Studientage brauchen wir Studierende und vor allem wir als Gesellschaft“, resümierte eine Teilnehmerin. Der Auftakt ist gelungen – eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist bereits geplant.


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