Gifhorn. Steht dieser Blitzer dort ganz besonders "gemein" oder erfüllt er sinnvoll seinen Zweck als Überwachung eines Unfallschwerpunktes? Häufig gerät er in die Kritik und war auch schon Opfer von Sachbeschädigung, der Blitzer auf der Celler Straße (B214) in Hülperode kurz vor der Stadtgrenze zu Braunschweig. Das sagt die Gifhorner Landkreis-Verwaltung dazu.
Er steht seit November 2014 in Hülperode, einem Ortsteil von Rothemühle, für alle die in Richtung Watenbüttel und Braunschweig unterwegs sind, kurz hinter der Shell-Tankstelle und – und das ist ein Kritikpunkt – kurz vor dem Schild, das die dort geltende Tempo-50-Regelung aufhebt. Etwa 30 Meter liegen lediglich dazwischen.
Reichlich Verwarn- und Bußgelder
Dieser Blitzer sorgte allein im vergangenen Jahr für einen sechsstelligen Euro-Betrag an Verwarn- und Bußgeldern. Dass er aber nur an dieser Stelle steht, um Gelder in die Kasse zu spülen, weist die Landkreisverwaltung von sich. Vielmehr sei der Standort in einer besonderen Gefahrensituation begründet.
Die Kreisverwaltung räumt ein, dass laut Richtlinien für die Überwachung des fließenden Straßenverkehrs durch Straßenverkehrsbehörden die Entfernung zwischen dem Beginn des Messfeldes und dem geschwindigkeitsreduzierenden Verkehrszeichen mindestens 150 Meter betragen soll. Diese Entfernung könne jedoch in begründeten Fällen unterschritten werden. Das gelte zum Beispiel bei Gefahrenstellen, Gefahrzeichen oder Geschwindigkeitstrichtern.
Auf der B214 befindet sich eine Gefahrenstelle
"Im Fall des Blitzers auf der B 214 handelt es sich um eine ebensolche Gefahrenstelle", teilt die Kreisverwaltung mit. An der Stelle mündet auch die Okerstraße, die nach Rothemühle führt, auf die B214. Diese Verkehrssituation sei ein Grund für den Standort des festen Blitzers. "Der Blitzerstandort begründet sich in der Überwachung des Unfallschwerpunktes auf Höhe der Shell-Tankstelle/Kreuzung 53/B 214", teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage von regionalHeute.de mit.
Wegen dieses Unfallschwerpunktes sei auch die Positionierung des Blitzers üblich, erklärt der Landkreis. Auch an der nachgewiesenen Unfallhäufungsstelle an der Christinenstiftkreuzung gebe es eine solche besondere Stelle. Die Besonderheit in Hülperode liege in der kurzen Ortsdurchfahrt in Verbindung mit einer konkreten Gefahrenstelle.
Der Standort sei also aus Verkehrssicherheitsgründen dort positioniert. Und der Blitzer hat abgeliefert: Im vergangenen Jahr hat die Geschwindigkeitsmessanlage in Hülperode 3.249 Mal ausgelöst, teilte die Landkreisverwaltung mit. Im gleichen Zeitraum hat eben diese Anlage dazu geführt, dass Verwarn- und Bußgelder in Höhe von bisher 103.852,10 Euro verhängt werden mussten.
Insgesamt wurde im Landkreis Gifhorn übrigens 2025 mindestens von 31 Stellen die Geschwindigkeit gemessen. Diese Standorte führten im vergangenen Jahr zu Verwarn- und Bußgeldern in Höhe von 1.710.542,64 Euro.
Blitzer wieder abgebaut
Dass feste Blitzer aus dem Landkreis Gifhorn wieder verschwunden sind, das hat es auch schon gegeben. Dann lag es aber nicht daran, dass die Standorte sich als unrechtmäßig herausgestellt hatten. So wurden die Geschwindigkeitsmessanlagen am Abzweig Westerbeck an der B 188 und Wagenhoff im Zuge des Kreiselbaus B 4 wieder abgebaut.

