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Jetzt viel trinken: Klinikum gibt Hitze-Tipps



Goslar

Jetzt viel trinken: Klinikum gibt Hitze-Tipps

von Anke Donner


Die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen auf über 30 Grad klettern. Wie man gesund durch die Hitze kommt, erklärt Dr. med. Ulrike Cretan, leitende Ärztin der Notaufnahme der Asklepios Harzklinik Goslar Foto: Werner Heise
Die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen auf über 30 Grad klettern. Wie man gesund durch die Hitze kommt, erklärt Dr. med. Ulrike Cretan, leitende Ärztin der Notaufnahme der Asklepios Harzklinik Goslar Foto: Werner Heise Foto: Werner Heise

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Goslar. Der Sommer soll in dieser Woche mit Temperaturen jenseits der 30 Grad noch einmal zurückkommen. Doch wenn die Sonne brennt und es richtig heiß wird, ist Vorsicht geboten. Denn extreme Hitze kann schnell zu Lasten der Gesundheit gehen.

Die Notaufnahme der Asklepios Harzkliniken rechnet in den kommenden Tagen, speziell am kommenden Wochenende damit, dass zehn bis 25 Prozent ihrer Patienten wegen hitzebedingter Beschwerden behandelt werden müssen. In Goslar werden Temperaturen bis 35 Grad erwartet. Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme sowie allgemeines Unwohlsein sind die typischen Symptome. Kleine Kinder und ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, zum Beispiel durch Schwitzen, weil bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 50 Prozent ausmacht.


„Besonders gefährlich sind der Flüssigkeitsmangel und die direkte Hitzeeinwirkung auf den Kopf“, erklärt Frau Dr. Cretan, leitende Ärztin der Notaufnahme der Asklepios Harzklinik Goslar. Der Mangel an Flüssigkeit im Körper ist dabei Folge von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und einem großem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. „Die Patienten klagen dann über Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme und allgemeines Unwohlsein. Aber auch eine Bewusstseinstrübung kann eine ernstzunehmende Folge der Hitze sein“, so Frau Dr. Cretan. Insbesondere kleine Kinder sowie alte und kranke Menschen müssen in dieser Jahreszeit besonders vorsichtig sein, warnt die Notfall- und Intensivmedizinerin.

Zehn „goldene Regeln“ der Mediziner


Während die meisten Menschen die Sommerwärme voll genießen, sollten vor allem ältere Menschen und Kinder vernünftig mit der Hitze umgehen. Diese Tipps haben die Experten der Asklepios Kliniken:



  • Tragen Sie luftige Kleidung.

  • Halten Sie sich in kühlen Räumen auf.

  • Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung.

  • Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus (z.B. bei der Arbeit im Garten).

  • Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, machen Sie Siesta.

  • Bevorzugen Sie leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst.

  • Trinken Sie mehr als sonst, „immer über den Durst“, aber keinen Alkohol.

  • Bei Hitze verbraucht der Körper mehr Natrium. Deshalb ist es ratsam, natriumreiches Mineralwasser zu trinken und sich eine Extraprise Kochsalz zu gönnen.

  • Tragen Sie eine helle Kopfbedeckung, wenn Sie in der Sonne unterwegs sind.

  • Lassen Sie niemals Kinder oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück.





Gefühlte Temperaturen

Die sogenannte gefühlte Temperatur weicht von der tatsächlich gemessenen Temperatur ab. Sie wird anhand von Luftfeuchte, Strahlung, Wind, tatsächlicher Temperatur sowie dem menschlichen Verhalten (Aktivität und Bekleidung) berechnet und hängt zudem bedeutend vom jeweiligen Individuum ab.

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Viel trinken ist wichtig, wenn es richtig heiß ist. Foto: Anke Donner



Flüssigkeitsverlust und Durst

Kleine Kinder und ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsverlust, z. B. durch Schwitzen, weil bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 50 Prozent ausmacht. Bei großer Hitze geht mit dem Körperwasser immer auch das Natriumsalz mit verloren. Und zwar vor allem aus den Körperzellen einschließlich Nervengewebe. Diese trocknen dann regelrecht aus. Man wird dadurch müde und matt, die Reaktionsfähigkeit lässt nach, was unter anderem im Straßenverkehr riskant ist. Im Extremfall kann es zu regelrechten Verwirrtheitszuständen kommen. Aber auch das Herzkreislaufsystem ist gefährdet durch ein Versacken des Blutes mit Blutdruckabfall und durch Eindicken des Blutes mit Thrombose und Embolie.

Da im Alter auch das spontane Durstgefühl nachlässt, lautet eine der goldenen Regeln „Trinken Sie über den Durst“. In Einrichtungen wie Heimen oder Krankenhäusern wird regelmäßig zum Trinken animiert und an Hand von Trinkplänen die Flüssigkeitsaufnahme auch kontrolliert. Ältere Autofahrer sollten ebenfalls ein Prinzip der Regelmäßigkeit pflegen, nämlich eine Pause zum Abkühlen und Trinken alle zwei Stunden einlegen. Dies ist umso wichtiger, da die fehlende Wärmeabgabe im überhitzten Auto  fatale Folgen für Reaktionsvermögen und Körperkreislauf hat.

Im Notfall immer 112 anrufen
Wenn es zu einem Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist oder der Verdacht besteht, ist sofort der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 zu verständigen. Bringen Sie den Betroffenen an einen kühlen Ort, lockern Sie seine Kleidung, kühlen sie mit feuchten Tüchern ab und reichen Sie Getränke, nicht zu kühl und nicht zu viel auf einmal.


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