Wolfenbüttel

Jugendkammer ist besorgt über Rassismus in der Gesellschaft


Der im Dezember 2013 gewählte Vorstand der Jugendkammer mit Silvio Sakowski,, seinem 1.Vorsitzenden setzt auch in diesem Jahr wieder 
wichtige Akzente". Foto: Privat
Der im Dezember 2013 gewählte Vorstand der Jugendkammer mit Silvio Sakowski,, seinem 1.Vorsitzenden setzt auch in diesem Jahr wieder wichtige Akzente". Foto: Privat Foto: Privat

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15.03.2016


Wolfenbüttel/Braunschweig. Für ihre Märztagung in Braunschweig hatte sich die Jugendkammer der evangelischen Landeskirche als Schwerpunktthema „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ ausgewählt. Zuerst begrüßte Jacqueline Sander, ehrenamtliche Delegierte aus Wolfenbüttel und Vorstandsmitglied, die über 30 Delegierten mit einer Andacht, in der sie deutlich machte, dass Menschen sich durch Wertschätzung und Liebe gegenseitig den Rücken stärken können, was auch im Sinne Gottes sei.

Vor dem Hauptthema der Tagungsveranstaltung blickte der Vorstand auf zwei erfolgreiche Aktionen zurück, die für die gesamte Region angeboten worden waren. Silvio Sakowski, ehrenamtlicher Vorsitzender, und Lars Dedekind, Landesjugendpfarrer auf dem
Kirchencampus Wolfenbüttel, berichteten hocherfreut von einem Benefizkonzert für die Flüchtlingsarbeit, dass Ende Februar mit fünf Bands und einer Ausstellung zu einem Gesamterlös von 1.850 Euro geführt hatte. Dabei wurde eine Kirche zu einer Benefiz-Bühne umgestaltet und über 250 Besucher angesprochen. Propsteijugenddiakon Reiner Strobach gab für den Wolfenbütteler Propsteijugendienst einen positiven Bericht von einem Jugendgottesdienst, der im Dezember in Wolfenbüttel stattfand und bei dem neben Landesbischof Dr. Christoph Meyns etwa 320 Menschen beteiligt waren.

Der Vorstand berichtete von seiner Clausurtagung im Kloster Wöltingerode und einem Statement für die Landessynode, das dort erarbeitet worden war, und nach einem Bericht von der Arbeitsgemeinschaft der ev. Jugend in Deutschland vor allem zum Reformationsjubiläum 2017 und zu Aufgaben der Integration wurde noch auf die Initiative des Landesjugendring hingewiesen, das Wahlalter in Niedersachsen auf 16 Jahre herabzusetzen.

Nach diesen jugendpolitischen Informationen moderierte Jacqueline Sander Impulsreferat und Gruppenarbeit zum Themenkomplex „Rassismus“ und begrüßtet dazu den Bildungsreferenten Maik Bischoff von der Antikriegswerkstatt Sievershausen. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wie sich jeder selbst positionieren kann. Es wurde erklärt, dass rassistisch motivierte Straftaten erkennbar zugenommen haben. Gespeist werde dies auch aus dem Bedürfnis, einfache Antworten für komplexe Probleme zu erhalten. Die Delegierten dachten über Alarmzeichen nach für Menschen, die auf die „schiefe Bahn“ geraten waren, und über Argumente, die von rassistischen Einstellungen wegführen. Diakon Reiner Strobach vertrat die These, dass Angebote der politischen Bildung verstärkt werden sollten, um vorbeugend wirken zu können und um gegen rassistisches Gedankengut zu immunisieren. In der auswertenden Diskussion wurde deutlich, dass Kinder und Jugendarbeit Menschen auffangen und zusätzlich Informationen geben kann. Einige Delegierte zeigten sich nach dieser Arbeitsphase sehr besorgt über das Ausmaß an Verletzungen der Menschenwürde, das hier deutlich geworden sei.

Abschließend wurde noch auf bundesweite Aktionstage hingewiesen unter dem Motto „Hand in Hand gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt“ (www.hand-in-hand-gegen-rassismus.de), zu denen neben „Amnesty International“ und „ProAsyl“ viele andere zivilgesellschaftliche Gruppen aufrufen. Und Jana Indenbirken, Bildungsreferentin auf dem ev. Campus in Wolfenbüttel lud zu einem Seminar ein mit dem Thema „Fremde oder Freunde ? – Geflüchteten begegnen“, veranstaltet vom „Ajab“ (Arbeitsbereich Kinder - und Jugendarbeit) in Wolfenbüttel vom 29.4. bis 1.5.16 in Werningerode.(www.ajab.de).


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