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Junge Schleiereulen im Landkreis Wolfenbüttel beringt



Junge Schleiereulen im Landkreis Wolfenbüttel beringt

Noch im Winter sah die Situation für die Schleiereulen allerdings mehr als kritisch aus. Durch den strengen Winter, die Schneedecke war lange Zeit geschlossen, waren die Schleiereulen vom Hungertod bedroht.

Eine junge Schleiereule beim Beringen.
Eine junge Schleiereule beim Beringen. Foto: Benjamin Schilling

Hedeper. In Seinstedt traf sich eine Gruppe von interessierten Naturschützern um Ralf Isensee und Cornelia Schilling von der Kreisgruppe des Naturschutzbund (NABU) Wolfenbüttel, um beim Beringen der erfolgreichen Schleiereulenbrut auf dem Hof von Landwirt Ulrich Giffhorn dabei zu sein. In diesem Jahr konnten die Elterntiere sieben Jungvögel erfolgreich großziehen. Auch bei Ralf Isensee in Hedeper konnten zuvor schon vier junge Schleiereulen beringt werden.



Seit Jahren freut sich Ulrich Giffhorn, dass sich die Eulenart bei ihm auf dem Hof wohl fühlt. „Der Dreck macht mir nichts aus, das gehört halt dazu.“ Auch Turmfalken und Rauch- und Mehlschwalben haben sich auf seinem Hof zum Brüten eingefunden. Durch die Schleiereulen wird die Mäusepopulation auf dem Hof kräftig reduziert.

Noch im Winter sah die Situation für die Schleiereulen allerdings mehr als kritisch aus. Durch den strengen Winter, die Schneedecke war lange Zeit geschlossen, waren die Schleiereulen vom Hungertod bedroht. Da die Eulenart kann keine Fettreserven aufbauen kann, führt die erfolglose Suche nach Mäusen häufig zu einem schnellen Tod. Durch eine gemeinsame Aktion von Landwirten und der NABU Kreisgruppe Wolfenbüttel konnten damals mehrere Schleiereulenvorkommen im Landkreis mit bereitgestelltem Futter unterstützt werden. Auch die beiden Vorkommen in Seinstedt und Hedeper gehörten dazu. Dankenswerterweise wurde die Aktion von der Curt Mast Jägermeister Stiftung finanziell unterstützt.



Axel Sandvoss und Lutz Salisch vom NABU Salzgitter hatten in Seinstedt alles dabei, was zum Beringen benötigt wird: Die Spezialzange und die Ringe, die von der Vogelwarte Helgoland zur Verfügung gestellt werden und einen Transportkorb, um die Tiere vorsichtig aus ihrem Nistkasten auf den Boden zu tragen. Anhand der, in die Ringe eingestanzten Informationen, kann die Wanderbewegung der Tiere bei späterem Wiederauffinden festgestellt werden. Axel Sandvoss erklärt: „Schleiereulen fressen im Jahr mindestens 1.000 Mäuse, eine ganze Familie dann entsprechend mehr.“

Ralf Isensee, Ulrich Giffhorn. Axel Sandvoss. Jeany Trentlage und Fabian Schilling mit fünf von den sieben jungen Schleiereulen nach der Beringung.
Ralf Isensee, Ulrich Giffhorn. Axel Sandvoss. Jeany Trentlage und Fabian Schilling mit fünf von den sieben jungen Schleiereulen nach der Beringung. Foto: Cornelia Schilling


Auch machte er Werbung, um Nachwuchs für die Arbeit der Beringer für die Schleiereulen im Landkreis Wolfenbüttel zu finden.
Interesse an der Natur und an den Vögeln sollte schon dabei sein, eine Ausbildung als Ornithologe (Vogelkundler) sei allerdings keine Voraussetzung. Bei Interesse sollte ein Jahr lang einem erfahrenen Beringer bei der Arbeit über die Schulter geschaut werden, diese Zeit würde dann später noch durch ein dreitägiges Fachseminar ergänzt werden. Auch wären die Schleiereulen eine besonders attraktive Art, wenn man sich für diese Tätigkeit interessiert, denn die jungen Schleiereulen verfallen bei Störung in die sogenannte Akinese, eine Starre, durch die es recht einfach ist, die Tiere in Ruhe zu beringen. (siehe Bild) Interessenten können sich bei info@NABU-wf.de für weiterführende Informationen melden.

Zum Schluss wurde auch noch die Naturschutzjugend (NAJU) auf dem Hof von Ulrich Giffhorn fündig: Andrea Onkes, die Leiterin der NAJU, freute sich über eine ganze Tüte voller Gewölle für eine zukünftige NAJU-Aktion. Diese werden gereinigt und können anschließend von den Kindern auf vorhandene Knochen untersucht werden. Aus den Knochenfunden wiederum können die Kinder erfahren, welche Nahrung die Eulen zu sich nehmen.


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