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Kampagne gegen Diebstahl: „Kein Fahrrad ohne Kennzeichen“



Gifhorn

Kampagne gegen Diebstahl: „Kein Fahrrad ohne Kennzeichen“

Eigens für die Aktion wurden schwer lösbare Aufkleber entwickelt, die amtlichen Kennzeichen ähneln und ausschließlich von Polizeibeamten bei der Registrierung gut sichtbar an immer der gleichen Stelle des Rahmens angebracht werden.

Klaus Ahne (Polizeiinspektion Gifhorn) demonstriert, an welcher Stelle das Fahrradkennzeichen angebracht wird.
Klaus Ahne (Polizeiinspektion Gifhorn) demonstriert, an welcher Stelle das Fahrradkennzeichen angebracht wird. Foto: Landkreis Gifhorn

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Gifhorn. „Kein Fahrrad ohne Kennzeichen“ ist eine gemeinsame Aktion der Polizeiinspektion Gifhorn, des Landkreises Gifhorn und der Stadt Gifhorn. Die Partner haben bereits eine Sicherheitspartnerschaft und eine Verkehrssicherheitsallianz geschlossen und wollen nun mit der Kampagne Fahrraddiebstählen entscheiden entgegentreten. Das berichten die drei Akteure in einer gemeinsamen Pressemitteilung.



Eigens für die Aktion wurden schwer lösbare Aufkleber entwickelt, die amtlichen Kennzeichen ähneln und ausschließlich von Polizeibeamten bei der Registrierung gut sichtbar an immer der gleichen Stelle des Rahmens angebracht werden. Die für Bürgerinnen und Bürger kostenlosen Aufkleber sind mit fortlaufenden Nummern versehen, die den Eigentümern individuell zugeordnet und zusammen mit der Rahmennummer in einer Polizeidatei gespeichert werden. „Um Fahrraddiebstählen präventiv zu begegnen, ist die Aktion Fahrradkennzeichen eine sehr gute Maßnahme“, sagt Landrat Dr. Andreas Ebel. „Mit dem Kennzeichen kann das Fahrrad immer und überall seinem Besitzer zugeordnet werden. Ich freue mich sehr, dass unsere Aktion nun endlich anlaufen kann und danke der Polizeiinspektion Gifhorn, die maßgeblich für die Organisation und Umsetzung verantwortlich ist.“

Folgende Vorteile sollen die Fahrradkennzeichen mit sich bringen:

- sofortige, sehr gute Erkennbarkeit registrierter Fahrräder
- schnelle und einfache Überprüfung der Fahrräder bei polizeilichen Kontrollen
- unmittelbare Eigentumsermittlung über die Fahrradhalterdatei
- deutliche Erhöhung des Entdeckungsrisikos für Fahrraddiebe
- Stärkung des Sicherheitsgefühls beim Bürger

„Jede Bürgerin und jeder Bürger, der sein Fahrrad mit einem schwer lösbaren Aufkleber kennzeichnen lässt, schützt sein Eigentum und hilft den beteiligten Ordnungsbehörden“, erklärt Thomas Bodendiek, Direktor der Polizeiinspektion Gifhorn. „Wir möchten es Fahrraddieben so schwer wie möglich machen und eine abschreckende Wirkung erzielen. Machen Sie mit und lassen Sie ihr Fahrrad mit dem Aufkleber registrieren.“
„Fahrräder sind technisch immer besser ausgestattet und kosten entsprechend viel Geld, vor allem die E-Bikes. Wenn solch ein Fahrrad gestohlen wird, ist das mehr als ärgerlich. Diebe werden es sich sicher zweimal überlegen, ob sie ein Rad mit dem neuen Aufkleber wirklich stehlen wollen. Mit einem beschädigten Aufkleber wäre das Diebesgut sicher viel schwerer verkäuflich“, sagt Bürgermeister Matthias Nerlich. „Insofern kann ich nur empfehlen: Lassen Sie Ihr Fahrrad bekleben.“

Klaus Ahne (Polizeiinspektion Gifhorn), Landrat Dr. Andreas Ebel und Thomas Bodendiek (Direktor der Polizeiinspektion Gifhorn) präsentieren das Fahrradkennzeichen.
Klaus Ahne (Polizeiinspektion Gifhorn), Landrat Dr. Andreas Ebel und Thomas Bodendiek (Direktor der Polizeiinspektion Gifhorn) präsentieren das Fahrradkennzeichen. Foto: Landkreis Gifhorn


Laut einer Statistik des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen gehört der Fahrraddiebstahl mit einem Anteil von rund 18,4 Prozent zu den häufigsten Diebstahlsdelikten in Niedersachsen. Im vergangenen Jahr wurden zwischen Harz und Nordsee 74 Fahrräder pro Tag gestohlen, fast alle 19 Minuten eines. Die Anzahl der Fahrraddiebstähle ist mit 26.936 als gestohlen gemeldeten Fahrrädern noch immer auf einem sehr hohen Niveau (im Landkreis Gifhorn wurden 2020 237 Taten registriert). Außerdem ist die Dunkelziffer sehr hoch, denn nur jeder zweite Diebstahl wird laut einer Erhebung des LKA von 2016 zur Anzeige gebracht. Trotz rückläufiger Fallzahlen ist der im Jahr 2020 durch Fahrraddiebstähle verursachte Schaden mit rund 16,5 Millionen Euro nahezu gleichgeblieben. Dies kann besonders mit der Zunahme hochpreisiger Elektrofahrräder (E-Bikes) zu erklären sein, die zunehmend ins Visier der Fahrraddiebe geraten. Mit der Aktion „Kein Fahrrad ohne Kennzeichen“ verfolgen Kreis- und Stadtverwaltung sowie die Polizeiinspektion das Ziel, die Zahl der Taten zu reduzieren und die Aufklärungsquote zu steigern.


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