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Katzen in Seesen: Freigänger müssen kastriert werden



Katzen in Seesen: Freigänger müssen kastriert werden

Damit soll die unkontrollierte Vermehrung der Tiere gestoppt werden.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

Seesen. Die Stadt Seesen nimmt die aktuell vom Land durchgeführte große Kastrations-Aktion von Katzen, die noch bis Mitte Dezember läuft, zum Anlass um über die bestehende Kastrationspflicht von Freigänger-Katzen zu informieren. Halter freilaufender Katzen sind in der Stadt Seesen seit dem 1. Januar dazu verpflichtet ihr Tier kastrieren, mit einem Mikrochip zu kennzeichnen zu lassen und bei einem Haustierregister anzumelden. Dies teilt die Stadt Seesen in einer Pressemitteilung mit.



Freilebende Katzen würden sich zwei bis dreimal pro Jahr paaren und dabei bis zu sieben Junge pro Wurf bekommen – die Population sei schon bald nicht mehr überschaubar und werde für die Halter sowie die Stadt Seesen zur großen Herausforderung. „Allein in diesem Jahr musste das Ordnungsamt bereits 51 streunende Katzen ins Tierheim nach Goslar bringen“, berichtet Simone Armes, Mitarbeiterin im Ordnungsamt der Stadt Seesen. „Im vergangenen Jahr waren es insgesamt sogar rund 70 Tiere.“ Um einer unkontrollierten Vermehrung entgegenzuwirken, seien Halter nun verpflichtet, ihre Katzen zu kastrieren.

Wer zählt als "Halter"?



Als Halter gelte auch jeder, der freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt und so fast ungewollt zum Katzenhalter werde. „Nach den ersten Monaten, in denen die neue Verordnung gültig ist, haben wir festgestellt, dass viele Personen gar nicht wissen, dass sie Katzenhalter sind“, erklärt Uwe Zimmermann, Fachbereichsleiter Ordnung. Häufig würden streunende Katzen aus Mitleid gefüttert, um die Tiere vor einer Mangelernährung zu bewahren – der Deutsche Tierschutzbund schätzt die Anzahl verwilderter Hauskatzen in Niedersachsen auf rund 150.000 Tiere, die ohne menschliche Versorgung und Betreuung entweder an Mangelernährung sterben oder aufgrund von Infektionskrankheiten qualvoll verenden, meist schon als Jungtier vor Erreichen des ersten Lebensjahres. Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen oder auch Katzenleukose würden auch eine Gefahr für freilebende Hauskatzen darstellen, die sich bei den streunenden Tieren anstecken könnten. Die Stadt Seesen möchte dem Leid der Tiere entgegenwirken und ruft alle Katzenbesitzer dazu auf, ihrer Pflicht zur Kastration freilaufender Katzen nachzukommen.


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