„Kein Licht für Nazis“: Gegendemonstranten personell überlegen

13. Februar 2018 von
Die Gegendemonstranten waren den Rechten zahlentechnisch deutlich überlegen. Fotos: Jonas Walter
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Vienenburg. Unter dem Motto "Kein Licht für Nazis" haben sich am Dienstagabend zirka 70 Gegendemonstranten auf dem Marktplatz in Vienenburg versammelt. Sie traten einigen Rechten gegenüber, die von der Partei "Die Rechte" dazu mobilisiert wurden waren an Luftangriffe in Dresden 1945 zu erinnern. 

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Schon lange bevor überhaupt irgendein Anhänger des rechten politischen Spektrums zu sehen war, hatten sich bereits etliche Gegendemonstranten versammelt. Gegen 17.40 Uhr waren es bereits etwa 40 Menschen, die sich größtenteils dem „Bündnis gegen Rechtsextremismus Goslar“ zuordneten. Die Veranstaltung war von vielen Sicherheitskräften abgesichert. Überall in der näheren Umgebung des Marktplatzes konnte man Einsatzkräfte und Truppenfahrzeuge der Polizei beobachten. 

„Wir wollen die Vienenburger nicht alleine lassen“

Schon vor Beginn der Veranstaltung war die Polizei rund um den Marktplatz präsent.

Die Stimmung war auch nach Beginn der Veranstaltung gegen 17.50 Uhr lange Zeit sehr entspannt. Ein Sprecher des „Bündnis gegen Rechtsextremismus Goslar“ wies auf eine weitere große Gegendemonstration am 2. Juni hin und erzählte über das Projekt „Rote Karte“. Man habe sich heute versammelt, um den Rechten keinen öffentlichen Raum zu bieten und die Vienenburger nicht mit den angeblich größtenteils weit angereisten Rechten alleine zu lassen. Trotzdem habe man überlegt, die Versammlung ohne Gegendemonstration ablaufen zu lassen und die Anhänger der „Die Rechte“ ganz getreu des Mottos „Kein Licht für Nazis“ am heutigen Abend allein im Dunkeln stehen zu lassen.

Banner und Plakate gegen Fackeln und Musik

Die Gegendemonstranten protestierten friedlich aber lautstark mit Plakaten und Bannern gegen die rechte Kundgebung.

Gegen 18.10 Uhr traten dann tatsächlich auch die Rechten auf die Bildfläche. Hinter einer weiträumig durch die Polizei abgesperrten Fläche drängten sich an einer Hauswand auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes zirka 20 bis 30 schwarz gekleidete Menschen auf die ihnen zugewiesene Fläche. Als der Einmarsch abgeschlossen schien, entzündeten die Rechten Fackeln und Kerzen. Das wurde mit „Löscheinsatz gegen Rechts“-Rufen aus dem Block der Gegendemonstranten quittiert. Anschließend spielten die Anhänger der rechten Szene über eine Lautsprecheranlage verschiedene rechtspolitisch motivierte Musikstücke und Beiträge ab, bevor ein Sprecher selbst versuchte, eine Rede zum Thema Dresden 1945 zu halten.

Doch sowohl die Texte der Audioeinspielungen als auch die Redebeiträge der Rechten selbst waren durch die Geräuschkulisse der Gegendemonstranten kaum zu verstehen. „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ ,“Nazis raus!“ und „Halt die Fresse!“  waren einige der vernehmbaren Sprechchöre.

Im Folgenden können sie selbst einen kurzen Ausschnitt der Geräuschkulisse auf der Demonstration nachhören:

Die Rechten entzündeten Fackeln und Kerzen im Gedenken an die Opfer der Luftangriffe auf Dresden.

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