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Kein Nachfolger gefunden: Apotheke schließt für immer



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Kein Nachfolger gefunden: Apotheke schließt für immer

Am 23. Dezember öffnet Jutta König zum letzten Mal die Türen der Glückauf-Apotheke in Ilsede. Für das Apothekensterben - vor allem in ländlichen Gebieten - gebe es mehrere Gründe.

Zum Jahresende wird die Apotheke in Groß Ilsede ohne Nachfolgeregelung geschlossen.
Zum Jahresende wird die Apotheke in Groß Ilsede ohne Nachfolgeregelung geschlossen. Foto: Glückauf-Apotheke

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Groß Ilsede. Lange hat Apothekerin Jutta König versucht, einen Nachfolger zu finden – ohne Erfolg. So wird sie nun am Abend des 23. Dezember zum letzten Mal die Türen der Glückauf-Apotheke schließen. Für viele treue Kunden ein herber Verlust, wie die Apothekerin in einer Pressemitteilung vermutet.



„Wir waren gerade für ältere Menschen immer ein Anlaufpunkt und weit mehr als eine Apotheke. Mir tut es auch sehr leid, das Unternehmen, das seit mehr als 60 Jahren im Familienbesitz ist, aus persönlichen Gründen aufgeben zu müssen“, bedauert König. So wie ihr ginge es aber einigen Kollegen, die sich aus dem Geschäft zurückziehen. Einen Nachfolger für eine Apotheke in durchschnittlicher Größe zu finden, vor allem auf dem Land, sei sehr schwer geworden. Viele junge Apotheker scheuten den Schritt in die Selbständigkeit, weil sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken seit Jahren verschlechterten.

Teil der Kundschaft wandert ins Internet ab


„Daneben gibt es weitere Gründe für das Apothekensterben. Deutsche Apotheken werden beispielsweise immer noch gegenüber ausländischen Internetapotheken benachteiligt. Diese dürfen Preisnachlässe für rezeptpflichtige Medikamente gewähren. Wir dürfen das nicht. So wandert ein Teil der Kundschaft ins Internet ab. Auch die Ungewissheit, ob sich die Arztpraxen auf dem Land halten werden, lässt Interessenten vor der Übernahme einer Landapotheke zurückschrecken. Darüber hinaus kämpfen Apotheken mit Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen“, erklärt König.

Die Groß Ilsederin hat die Apotheke vor mehr als 30 Jahren von ihren Eltern übernommen und seitdem fast durchgängig geführt. Neben dem Tagesgeschäft habe sie auch immer wieder Vorträge zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen organisiert. Ein großer Schwerpunkt lag auf der Naturheilkunde. „Ich freue mich nun auf eine Auszeit und werde mich danach neu orientieren. Zum Glück hat ein Großteil meiner Mitarbeiter bereits wieder eine Stelle gefunden. Einige andere nutzen die Zeit, um sich neu zu orientieren. Das ist für mich sehr beruhigend“, meint die Apothekerin abschließend.


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