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Coronavirus: Stephan Weil wirbt für AstraZeneca Impfstoff



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Keine Angst vor AstraZeneca - Ministerpräsident wirbt für Impfstoff

Nebenwirkungen sind eine unwichtige Kleinigkeit. Das ist in einem Video-Interview zu hören, das der niedersächsische Ministerpräsident mit dem Direktor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) führte.

Prof. Dr. Tobias Welte im Gespräch mit Stephan Weil.
Prof. Dr. Tobias Welte im Gespräch mit Stephan Weil. Foto: Screenshot aus Video der Niedersächsischen Landesregierung

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Niedersachsen. Nach kritischen Medienberichten über den Corona-Impfstoff von AstraZeneca, der durch seine Nebenwirkungen in die Schlagzeilen geraten war, wirbt nun Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil für eine Impfung mit diesem. Hierzu veröffentlichte die Staatskanzlei neben einem Informationstext auf ihrer Homepage, ein von Weil geführtes Video-Interview, mit seinem Duzfreund, dem Direktor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Prof. Dr. Tobias Welte.



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Der Experte erklärt in diesem Video, dass alle zugelassenen Impfstoffe sicher seien. Das gelte auch für AstraZeneca. "Natürlich, das gilt für alle Impfungen: Es gibt Nebenwirkungen bei Impfungen. Die meisten dieser Nebenwirkungen, praktisch alle, sind harmloser Natur. Das geht von Erkältungssymptomen bis erhöhter Temperatur", sagt Welte. Die seien unter Einsatz von fiebersenkenden Mitteln in der Regel nach 24 bis 72 Stunden wieder verschwunden. Bei AstraZeneca würden diese Nebenwirkungen eher nach der ersten Impfung auftreten, bei Moderna und BioNTech hingegen nach der zweiten.



Stephan Weil fragt, ob Welte die kritischen Medienberichte über AstraZeneca überrascht hätten. Der will es drastischer schildern und sagt, dass er entsetzt gewesen sei, da es in allen Studien die Nebenwirkungsrate gegeben hätte, die man nun sieht. Es sei erwartbar und überhaupt nicht überraschend gewesen. "Warum das in dieser Weise skandalisiert worden ist, das ist mir ein bisschen unklar. Das zeigt nur, dass in der Corona-Pandemie [...] die Nerven natürlich ein bisschen blank liegen", sagt der Professor.

"Es gibt keinen Grund beunruhigt zu sein"


Laut Welte gebe es keinen Grund beunruhigt zu sein. Das Nutzen-Nebenwirkungs-Verhältnis liege ganz klar auf der Seite des Nutzens.

Vom Ministerpräsidenten auf anderslautende Kritik aus der Ärzteschaft, wie beispielsweise dem Weltärztepräsidenten Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, angesprochen, wird der Pneumologe deutlich: "Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht ausfallend werde. Ich selber mache jetzt 35 Jahre lang Lungeninfektionen und Bakterien- und Viruserkrankungen. SARS-CoV-2 ist ein sehr kompliziertes Virus. Das zu verstehen außerordentlich schwierig ist. Wir lernen immer noch jeden Tag dazu und ich kann nur davor warnen, dass sich Menschen - Herr Montgomery ist gelernter Radiologe und hat sich sehr lange nicht mit Patienten und wissenschaftlichen Fragen beschäftigt - die nicht aus dem Umfeld der Wissenschaft in diesem Bereich kommen dazu äußern." Seine Meinung hält Welte daher für völlig unangebracht, kontraproduktiv und schädlich.

Die Krankheit, die das Coronavirus auslöst, sei eine sehr schlimme. Welte habe viele Patienten sterben sehen und behandele viele, die daran chronisch erkrankt sind. Es helfe nur ein flächendeckendes impfen und dabei seien Nebenwirkungen eine unwichtige Kleinigkeit.


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