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Keine Corona-Regeln mehr? Ministerin kritisiert vorschnelles Handeln

Dr. Carola Reimann erinnert daran, dass nur ein umsichtiges Handeln im Kampf gegen das Coronavirus angebracht sei.

Carola Reimann.
Carola Reimann. Foto: Rudolf Karliczek

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25.05.2020

Region. Zur Debatte über die vollständige Abschaffung aller Corona-Beschränkungen inklusive der derzeit geltenden Abstands- und Hygieneregeln mahnt die Niedersächsische Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann zur Vorsicht. Bei allen Lockerungen dürfe nicht vergessen werden, dass das Virus immer noch eine große Gefahr für die Gesundheit darstelle und nur die Abstands- und Hygieneregeln ein probates Mittel gegen die Krankheit seien. Solange es noch keinen Impfstoff gebe. Dies berichtet das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.


"Dass wir heute an einem Punkt stehen, an dem wir das Infektionsgeschehen deutlich haben bremsen können, verdanken wir dem großen Verständnis der Menschen in unserem Land für die drastischen Maßnahmen, die wir seit Mitte März ergriffen haben. Wir können heute in vielen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen wieder Lockerungen ermöglichen. Das ist ein direktes Ergebnis des disziplinierten Verhaltens der Menschen in Niedersachsen und dafür bedanke ich mich.

Die letzten Tage haben uns aber demonstriert, dass die Entwicklung auch eine andere Richtung nehmen kann: Wir sehen, dass eine einzelne Veranstaltung im Landkreis Leer, die nach ersten Erkenntnissen mit großer Wahrscheinlichkeit von mehreren Verstößen gegen die Corona-Auflagen geprägt war, große und schwerwiegende Auswirkungen haben kann. Wir sehen, dass das Virus sich mit großer Geschwindigkeit ausbreiten kann, wenn eine infizierte Person mit anderen in engen Kontakt kommt und die Abstands- und Hygieneregeln nicht konsequent eingehalten werden.

Und wir sehen, welch große Belastung ein solches Infektionsgeschehen für viele unbeteiligte Kontaktpersonen, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden vor Ort darstellt.

Vor diesem Hintergrund halte ich die nun von einzelnen Vertretern anderer Bundesländer angestrebte vollständige Abschaffung aller Corona-Beschränkungen für einen folgenschweren Fehler.

Eine solche Entscheidung würde ein völlig falsches Signal an die Menschen in unserem Land senden. Auch wenn die Lage derzeit vergleichsweise ruhig und unter Kontrolle ist - wir dürfen nicht vergessen, dass das Virus noch da ist und jederzeit wieder großflächig ausbrechen kann. Die Abstands- und Hygieneregeln und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen erinnern uns alle immer wieder an diese Tatsache. Die Regeln sind aber nicht bloß eine Mahnung, sie sind auch nach wie vor unser einziges wirksames Mittel im Kampf gegen das Virus.

Solange es keinen Impfstoff gibt, können wir die Gefahr von Neuinfektionen nur mit Abstand, Hygiene und der Reduzierung von Kontakten zu anderen verringern, auch wenn es unbequem ist und uns allen zunehmend schwerfällt. Deshalb appelliere ich an die Menschen in Niedersachsen: Nehmen Sie die Lage auch weiterhin wirklich ernst. Halten Sie sich an die Abstands- und Hygieneregeln und an die geltenden Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung. Insbesondere dort, wo sich nun wieder mehr Menschen aufhalten können, gilt es für uns alle, besonders vorsichtig und besonders umsichtig zu sein."


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