Kinder und Jugendliche begehen weniger Straftaten

Dennoch sind die regionalen Zahlen ganz unterschiedlich.

von Anke Donner


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Symbolfoto Foto: Pixabay

Region. Die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen habe deutliche Auswirkungen auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Zu diesem Ergebnis kommt die Zentralstelle Jugendsachen des Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen. Sie hat jetzt ihren Bericht "Junge Menschen - Delinquenz, Gefährdung, Prävention" für das Jahr 2020 veröffentlicht. Darin wird deutlich: In nahezu allen Deliktsfeldern sind Kinder und Jugendliche im Vergleich zum Vorjahr seltener zu Tätern und Opfern geworden. Auch im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Braunschweig seien die Zahlen rückläufig.


Für den Bericht hat die Zentralstelle Jugendsachen die Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 mit Erkenntnissen über Tatverdächtige und Opfer im Alter bis 21 Jahre in Niedersachsen zugrunde gelegt. Insgesamt sind 61.256 Fälle mit jungen Tatverdächtigen polizeilich registriert worden, 2019 waren es 66.785. Demnach ist die Anzahl der Fälle, an denen junge Tatverdächtige beteiligt waren, 2020 insgesamt um -8.28 Prozent gesunken. Besonders deutlich war der Rückgang bei den Fällen mit tatverdächtigen Kindern im Alter bis 14 Jahre (-21,93 Prozent).

Wie aus dem Bericht hervorgeht, wurden im Berichtsjahr 2020 insgesamt 42.669 junge Tatverdächtige erfasst. Davon wurden 70 Personen als sogenannte junge Intensivtäter geführt. Das entspreche einem Anteil von 0,16 Prozent aller jungen Tatverdächtigen. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Berichtsjahr 13 Personen weniger als Intensivtäter eingestuft, was einem Rückgang um 15,66 Prozent entspreche.

Im Bereich der Polizeidirektion Braunschweig wurden acht Heranwachsende (bis 21 Jahren) als Intensivtäter eingestuft (12 im Jahr 2019). Vier der jungen Intensivtäter wurden bei der Polizeiinspektion Braunschweig erfasst. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft habe sich in Braunschweig bewährt. Bei allen vier Intensivtätern wurden Haftbefehle erlassen, wobei ein Intensivtäter dauerhaft in Haft verblieb. Durch das konsequente Handeln sei bei den drei weiteren Intensivtätern eine deutliche Reaktion feststellbar. Hier ging das delinquente Verhalten derart zurück, dass sie kaum noch auffällig waren.

Rauschgiftkriminalität unterschiedlich


Die Anzahl der wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelten jungen Tatverdächtigen blieb auf vergleichsweise hohem Niveau konstant (+0,12 Prozent). Zudem lasse sich im Vergleich der vergangenen zehn Jahre feststellen, dass die Anzahl junger Tatverdächtiger, die durch konsumnahe Delikte im Zusammenhang mit Cannabisprodukten auffielen, insgesamt um 68,40 Prozent gestiegen ist.

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität sei die Entwicklung regional unterschiedlich. Die für ganz Niedersachsen beobachtbaren Tendenzen treffen nicht auf alle Landkreise und Städte gleichermaßen zu. So nahm die Zahl junger Tatverdächtiger beispielsweise in den Zuständigkeitsbereichen der Polizeiinspektionen Braunschweig und Goslar, ab, während sie in Gifhorn und Wolfsburg anstieg. Als Begründung werde von einigen Dienststellen eine schwankende Anzahl von Verfahren genannt, bei denen durch die Sicherstellung von Smartphones und der Auswertung von Kommunikationsverläufen neben anderen Straftaten auch Rauschgiftdelikte bekannt werden.


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