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Kinder(t)räume in der Flüchtlingsunterkunft Hafenstraße



Wolfsburg

Kinder(t)räume in der Flüchtlingsunterkunft Hafenstraße

von Sandra Zecchino


Stolz präsentieren die Kinder zusammen mit ihren Eltern und den Verantwortlichen die neuen Kinderräume in der Flüchtlingsunterkunft Hafenstraße. Fotos: Sandra Zecchino
Stolz präsentieren die Kinder zusammen mit ihren Eltern und den Verantwortlichen die neuen Kinderräume in der Flüchtlingsunterkunft Hafenstraße. Fotos: Sandra Zecchino Foto: Sandra Zecchino

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Wolfsburg. In der Flüchtlingsunterkunft Hafenstraße wurden offene Kindergruppen eingerichtet. In speziell entworfenen Kinder- und Elternräumen stehen zwei pädagogische Mitarbeiter zur Verfügung. Solche Räume werden mittlerweile in vier Einrichtungen in Wolfsburg betrieben.



Aktuell sind 42 Kinder in der Unterkunft untergebracht. Für die unter ihnen, die noch keinen Kindergartenplatz haben oder eingeschult sind, wurde vom Jugendamt das Projekt in die Wege geleitet. Und die Nachfrage ist so groß, dass nicht alle Kinder einen Platz in den offenen Kindergruppen bekommen können.

Vorbereitung auf KiTa oder Schulbesuch


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Frech und aufgeweckt zeigen sich die Kinder in der Flüchtlingunterkunft. Foto: Sandra Zecchino




Zu Beginn des Projektes ginge es hauptsächlich darum, den Kindern Regeln beizubringen, berichtete Anna Malsam, pädagogische Mitarbeiterin, von ihren Erfahrungen. "Es war sehr laut. Die Kinder sprechen unterschiedliche Sprachen und haben versucht, sich mit Hilfe der Stimme in der Gruppe durchzusetzen", so Malsam weiter. Sie selbst spricht nur Deutsch. Laila Uso, ebenfalls pädagogische Mitarbeiterin, spricht Kurdisch, Arabisch, Englisch und Deutsch. Mit den Kindern, die keine der Sprachen beherrschen, werde mit Händen und Füßen kommuniziert.

Mittlerweile sei es wesentlich ruhiger geworden und sie hätten mit der spielerischen Integration begonnen. "Alle Kinder spielen jetzt zusammen und räumen hinterher gemeinsam auf", berichtet Malsam von den Fortschritten. Und es sei interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Kinder mit neuen Erfahrungen, wie etwa neuen Lebensmitteln umgehen. Während die einen neugierig probieren, beobachten andere skeptisch. Auch die Eltern werden mit eingebunden. Einmal pro Monat findet ein Elternfrühstück statt. Zusätzlich besprächen die Betreuerinnen regelmäßig die aktuellen Regeln, die erlernt werden, damit diese auch zu Hause geübt werden. So seien die Kinder besser auf einen späteren Kindergarten oder Schulbesuch vorbereitet, erzählen die Betreuerinnen weiter.

"Die Augen sind viel zu erwachsen"



Doch nicht nur die Kinder stehen im Fokus. Über die Kinder fassen auch die Eltern langsam Vertrauen und wenden sich mit Problemen an die Betreuerinnen. Dabei handelt es sich nicht nur um Fragen der Erziehung. Auch wenn es familiäre Probleme, wie zum Beispiel eine drohende Abschiebung, gebe, sei das den Kindern sofort anzusehen. "Die Augen der Kinder sind viel zu erwachsen", fasst Malsam die Situation der Kinder zusammen. Dann böten sie den Eltern natürlich auch eine Gesprächsmöglichkeit.

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Auch für die Kleinsten gibt es Spielmöglichkeiten. Foto: Sandra Zecchino



Zusätzlich hätten die Mütter in der Zeit, in der die Kinder betreut werden, die Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen sowie Arzt- oder Behördengänge zu erledigen.

Projekt "Brücke"


Der nächste Schritt für eine Integration ist das Projekt "Brücke". Das Ziel sei es, Brücken zwischen den Flüchtlingsunterkünften und Kindertagesstätten sowie Familienzentren in Wolfsburg zu bauen, berichtete Marion Löbermann aus dem Geschäftsbereich Jugend der Stadt Wolfsburg. Dabei ständen gegenseitige Besuche im Fokus. Malsam ergänzte, dass es bereits mehrere Besuche der Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft Hafenstraße bei anderen Einrichtungen gegeben hätte. Und das wäre auch gleichzeitig ein Stadttraining für die begleitenden Eltern gewesen.

Umsetzung nur gemeinsam möglich


Abschließend bedankte sich Uso ausdrücklich bei dem Jugendamt und den ehrenamtlichen Spendern. So ein Projekt sei nur gemeinsam möglich gewesen. Auch Ulf Appel, Leiter der Flüchtlingsunterkunft, hob die Zusammenarbeit und den Einsatz aller Beteiligten in den Vordergrund.


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