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Kirche gibt sich selbstkritisch - Landesbischof warnt vor Antisemitismus



Braunschweig

Kirche gibt sich selbstkritisch - Landesbischof warnt vor Antisemitismus

"Etwa zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung seien empfänglich für antisemitische Gedanken", so der Landesbischof.

Landesbischof Dr. Christoph Meyns. (Archivbild)
Landesbischof Dr. Christoph Meyns. (Archivbild) Foto: Anke Donner

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Braunschweig. Landesbischof Dr. Christoph Meyns hat vor Antisemitismus und Hass gewarnt. Es gehe darum, Menschen zu lieben und sie nicht in gut und böse zu spalten, sagte er zum sogenannten Israelsonntag am 16. August im Braunschweiger Dom. Der Landesbischof nahm auch das Christentum in die Verantwortung. Hierzu veröffentlichte die Landeskirche in Braunschweig eine Pressemitteilung.



Inmitten aller Konflikte seien die Spannungen auszuhalten in dem Wissen, „dass alle geliebte Kinder des einen Gottes sind und uns kein Urteil über sie zusteht, sondern nur Gott allein“. Der Auftrag der Christen sei es, Brücken zu bauen und Versöhnung zu suchen. Das schließe jede Form von Überheblichkeit, Abgrenzung, Abwertung oder Besserwisserei aus.

Antisemitismus findet sich überall


Der Landesbischof machte darauf aufmerksam, dass Antisemitismus und Hass nicht nur in rechtsextremen Kreisen verankert seien, sondern auch in gutbürgerlichen und linken Milieus. Etwa zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung seien empfänglich für antisemitische Gedanken. Leider, so Meyns, habe das Christentum zum Antisemitismus beigetragen: „Die Wurzeln des modernen Judenhasses liegen in der langen Tradition antijudaistischer Propaganda, Diskriminierung und Verfolgung in Theologie und Praxis der christlichen Kirche.“



Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und unter dem Eindruck der Ermordung von sechs Millionen Juden habe sich das Verhält der Kirche zum Judentum grundlegend geändert. Die Kirche habe nun die „bleibende Erwählung Israels festgehalten und von der Idee einer Missionierung der Juden Abschied genommen“.


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