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Kitas bleiben bis Sommer geschlossen - Betreuung wird ausgeweitet

Der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne gab bekannt, dass die "Härtefallregelung" für die Notbetreuung aufgeweicht werde.

von Marvin König


Die Notbetreuung werde ausgeweitet, soll aber weiterhin nur in Kleinstgruppen stattfinden. (Symbolbild)
Die Notbetreuung werde ausgeweitet, soll aber weiterhin nur in Kleinstgruppen stattfinden. (Symbolbild) Foto: pixabay

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16.04.2020

Region. "Für die Kitas, Krippen und Horte gilt weiterhin bis zu den Sommerferien die Notbetreuung. Dem Bedarf nach einer Betreuung von Kindern soll dadurch nachgekommen werden, dass die Härtefallregelung gelockert wird." Dies gab Kultusminister Grant Hendrik Tonne in einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag bekannt.


Dabei solle auch sichergestellt sein, dass Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen die Notbetreuung nutzen können. "Das Ausdehnen wird mehr Kapazitäten ermöglichen, aber trotzdem bleibt der Aufruf: Wer seine Kinder zu Hause betreuen kann, soll das auch weiterhin machen." Dies treffe zum Beispiel auf Familien zu, wo nur ein Elternteil arbeiten geht, Homeoffice geleistet werden kann oder eine andere Betreuung möglich sei. Für die Ausweitung der Notbetreuung befinde sich das Kultusministerium in Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Hierfür sollen laut dem Kultusminister klare Vorgaben erarbeitet werden: "Unser Ziel ist es, verlässliche und klare vorgaben zu machen. Wir möchten niemanden durch ein langes Prüfungsverfahren quälen, dafür hat auch keiner Zeit und Ressourcen. Aber das macht auch gleich die Herausforderung klar. Man muss eine Definition finden, die klar ist, gleichzeitig aber auch so eingrenzend um zu verdeutlichen, wer einen Anspruch hat und wer nicht." Gleichzeitig wolle man aber auch den vielen Einzelfällen gerecht werden, die durch so ein Regelwerk gar nicht erfasst werden könnten. "Eine große Herausforderung", so der Kultusminister abschließend.

Kinder sind "Infektionsbeschleuniger"


Die besondere Bedeutung der Kinderbetreuung in kleinen Gruppen verdeutlicht Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Niedersächsischen Corona-Krisenstabes: "Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, können Sie unmöglich mit einem Abstand von 1,5 Metern betreuen und versorgen. Und das bedeutet, dass sich diese Kinder dann sofort infizieren, wenn auch nur ein Kind das Virus trägt." Kinder seien nicht in der Lage, die Hygienevorschriften in dem Maße wie Erwachsene oder Jugendliche einzuhalten. Besonders im häuslichen Umfeld der eigenen Familie könne man nicht einfach sagen, dass das Kind zu jedem Familienmitglied 1,5 Meter Abstand halten solle: "Die Situation ist die, dass sich eben nicht nur die Kinder infizieren, sondern selbstverständlich auch ihr gesamtes soziales Umfeld", gibt Schröder zu bedenken.

Kinder seien daher, je jünger sie sind, sogenannte "Infektionsbeschleuniger" und könnten dazu beitragen, dass sich eine Infektion umso schneller verbreitet - beim Coronavirus wiegt dies besonders schwer, da die Kinder von einem symptomatischen Ausbruch der Krankheit kaum betroffen sind, das Virus aber übertragen können. Kultusminister Tonne fasst zusammen: "Die Notbetreuung greift nur, wenn der Einzelfall es erfordert, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wo es keine anderen Möglichkeiten gibt. Es heißt aber nicht, dass jetzt jedes zweite Kind in Notbetreuung gehen kann."


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