Braunschweig

Klinikum Braunschweig: Stroke Unit erneut erweitert


Freuen sich über die Erweiterung der Stroke Unit (von links): Oberarzt Mazen Abu Mugheisib, Ärztin Parnian Kalbasi Anaraki und Sabine Schütz (Pflegefachleitung). Foto: Klinikum Braunschweig / Jörg Scheibe
Freuen sich über die Erweiterung der Stroke Unit (von links): Oberarzt Mazen Abu Mugheisib, Ärztin Parnian Kalbasi Anaraki und Sabine Schütz (Pflegefachleitung). Foto: Klinikum Braunschweig / Jörg Scheibe

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09.02.2017

Braunschweig. Seit Anfang dieses Jahres verfügt die „Stroke Unit“ in der Neurologischen Klinik des Klinikums Braunschweig über vier weitere Überwachungsbetten.


Dank dieser erneuten Erweiterung auf insgesamt 14 Betten in der Stroke Unit und zwei zusätzliche Überwachungsbetten hat sich die Versorgung insbesondere für Schlaganfallpatienten in der Region nochmals deutlich verbessert. Täglich ereignen sich vier bis fünf Schlaganfälle innerhalb des Einzugsgebietes von Braunschweig. Durch die schnelle Behandlung in einer Stroke Unit (Schlaganfallstation) kann die Prognose für die Betroffenen nachweislich verbessert werden. „Die sehr zeitnahe Diagnostik und zielgerichtete Therapie ist die Voraussetzung dafür, dass gesundheitliche Folgen eines Schlaganfalls in vielen Fällen begrenzt, manchmal sogar ganz verhindert werden können“, erläutert Chefarzt Prof. Dr. Karl Wessel.

Entsprechend des personellen Mehraufwandes sind die ärztlichen und pflegerischen Stellenplanungen angepasst worden. Die Stroke Unit ist eine Station mit spezieller Ausstattung zur intensiven Überwachung für Patientinnen und Patienten mit Schlaganfällen. Betroffene werden dort in den entscheidenden ersten Stunden bis wenigen Tagen nach dem Schlaganfall optimal versorgt. Die Braunschweiger Stroke Unit ist von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als überregionale Stroke Unit zertifiziert. Die Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Gefäße werden direkt auf der Stroke Unit vorgenommen. Dafür stehen moderne und sehr gut ausgestattete Ultraschallgeräte zur Verfügung.

Die Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls hat sich in den vergangenen Jahren durch Einführung der Thrombolyse entscheidend weiterentwickelt. Diese sogenannte systemische (intravenöse) Lyse-Therapie bei einem Schlaganfall, mit der versucht wird, Gerinnsel in einem hirnversorgenden Gefäß aufzulösen, kann nur im Zeitfenster der ersten 4,5 Stunden vorgenommen werden. „Unsere Schlaganfallpatienten werden innerhalb kurzer Zeit erstversorgt“, erklärt der Leitende Oberarzt Dr. Andreas Ahlers, „und durch ein interdisziplinäres Team aus Neurologen, Neuroradiologen, Kardiologen, gegebenenfalls Gefäßchirurgen und Neurochirurgen sowie Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Neuropsychologen und in der Schlaganfallversorgung speziell geschulten Pflegefachkräften weiterbehandelt.“ Heutzutage werden Schlaganfallpatienten nicht nur systemisch (intravenös) lysiert, in ausgesuchten Fällen wird das Blutgerinsel, das eine Ader verstopft, mit einem Hirn-Katheter von den Neuroradiologen direkt entfernt. „Ein Verfahren das sich Thrombektomie nennt“, wie der oberärztliche Leiter der Stroke Unit, Mazen Abu Mugheisib, erläutert. Die Braunschweiger Neurologie ist eine der größten neurologischen Akutkliniken Norddeutschlands.




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