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Braunschweig: Handwerk kommt vergleichsweise gut durch die Krise



Braunschweig

Konjunkturkurve steigt: Handwerk kommt vergleichsweise gut durch die Krise

In einer Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer zeigen sich die Handwerksbetriebe zuversichtlich.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

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Braunschweig. Nach dem Absturz des Geschäftsklimaindex von 141 auf 79 Punkte vor einem Jahr steigt das Konjunkturbarometer in der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade wieder auf 110 Punkte. „Die aktuelle Geschäftslage erreicht zwar nicht das Niveau wie vor der Corona-Pandemie, wird aber überwiegend positiv beurteilt“, sagt Hauptgeschäftsführer Eckhard Sudmeyer in einer Pressemitteilung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Innerhalb des Handwerks gebe es aber deutliche Unterschiede: „Die monatelange Komplettschließung hat vor allem bei personenbezogenen Dienstleistungshandwerken wie den Friseur- und Kosmetikbetrieben die Geschäftslage deutlich einbrechen lassen“, erklärt Sudmeyer. Der Geschäftsklimaindex in dieser Gruppe, zu der auch die stark betroffenen Fotografen und Handwerksbetriebe mit Ladengeschäft gehören, geht gegenüber dem Vorjahr um 13 Punkte auf 46 zurück.



In allen anderen Handwerksgruppen helle sich das Konjunkturbarometer auf, was vor allem auf stabilere Zukunftserwartungen zurückgehe. Selbst in den von der Corona-Krise ebenfalls besonders betroffenen Nahrungsmittelhandwerken steige der Geschäftsklimaindex um 36 Punkte, erreiche aber aufgrund der geringeren Kundenfrequenz und geschlossenen Café- und Imbissbereiche nur einen Wert von 63 Punkten. Trotz eines Plus von 37 Punkten bleibe auch das Kraftfahrzeughandwerk mit 100 Punkten unter dem Durchschnittswert des Gesamthandwerks. Grund dafür seien die gesunkene Mobilität, die sich auf das Werkstattgeschäft auswirke, und die Einschränkungen im Handel, die weiterhin den Verkauf von Fahrzeugen beeinträchtigen. In den Gesundheitshandwerken steige der Klimaindex um 48 Punkte auf 90 Punkte an. Die Handwerksbetriebe für den gewerblichen Bedarf würden die Erholung in der Industrie spüren, sodass sich der Geschäftsklimaindex um 31 Punkte auf 110 Punkte verbessere. Mit einem kräftigen Anstieg um 39 Punkte übernehme das Ausbauhandwerk den Spitzenwert von 126 Punkten. Nur knapp dahinter bleibe das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe mit einem Wert von 122 Punkten (plus 17 Punkte) und liege damit ebenfalls über dem Durchschnitt.

Insgesamt würden drei Viertel der befragten Betriebe ihre Geschäftslage im ersten Quartal dieses Jahres als gut oder zufriedenstellend bewerten, wovon mit 47 Prozent der deutlich größere Teil mit „gut“ geantwortet habe. 56 Prozent und damit mehr als die Hälfte der Betriebe würden erwarten, dass die Entwicklung ihrer wirtschaftlichen Situation in den kommenden Monaten unverändert bleibe. Eine bessere oder schlechtere Geschäftslage würden jeweils 22 Prozent erwarten. Viele Handwerksbetriebe hätten in den vergangenen Wochen Umsatzeinbußen hinnehmen müssen: 42 Prozent hätten im ersten Quartal Umsatzrückgänge verzeichnet, nur 16 Prozent hätten ihren Umsatz steigern können. Ebenfalls zurück sei der Auftragsbestand gegangen. Die positiven Auftragserwartungen für die kommenden Monate deuten jedoch auf eine Trendwende hin. Trotz dieser Auftrags- und Umsatzrückgänge sei die Beschäftigung im Handwerk stabil geblieben: 74 Prozent hätten die Zahl ihrer Mitarbeitenden konstant halten können, zehn Prozent erhöhten sogar die Beschäftigung.


So ist die Lage in Braunschweig


45 Prozent der Handwerksbetriebe hätten ihre Geschäftslage im ersten Quartal als gut beurteilt, weitere 29 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate würden 24 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage erwarten, 54 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus. 22 Prozent würden eine schlechtere Geschäftslage erwarten. Der Geschäftsklimaindex liege mit aktuell 110 Punkten um 32 Punkte über dem Vorjahreswert von 78 Punkten.


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