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Kontroverse Gespräche mit Einzelhändlern im Rathaus



Wolfenbüttel

Kontroverse Gespräche mit Einzelhändlern im Rathaus

von Andreas Molau


Im Rathaus tauschten sich die Stadtverwaltung und iandus mit den Einzelhändlern aus. Archivfoto: Donner
Im Rathaus tauschten sich die Stadtverwaltung und iandus mit den Einzelhändlern aus. Archivfoto: Donner Foto: Anke Donner

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Wolfenbüttel. Die Stadt und der Düsseldorfer Projektentwickler iandus luden am gestrigen Montag Wolfenbüttels Einzelhändler und Gastronomen ins Rathaus ein. Es ging um die Zukunft der Innenstadt.



Der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe iandus, Benedikt Schmidt-Waechter wollte "interessierten Gastronomen und Einzelhändlern" das Konzept Löwentor vorstellen. Schließlich würden Vertreter der Stadt über die Sanierung der Wolfenbütteler Fußgängerzone informieren, hieß es in der Einladung. Hintergrund der Veranstaltung wären immer wieder auftauchende Gerüchte in der Stadt gewesen, wonach die Belebung des alten Hertie-Areals nicht Realität werden könnte. Pressevertreter wurden zu dem Abend nicht zugelassen. Man wolle, so die Stadt auf Anfrage, eine Atmosphäre schaffen, in der offen auch über geschäftliche Dinge gesprochen werden könne. Stattdessen gab es von der Stadt eine Pressemitteilung, in der das Konzept in groben Zügen noch einmal erklärt wurde.

Das iandus-Konzept



iandus Geschäftsführer Benedikt Schmidt-Waechter Foto: Archiv




Die bekannten Eckdaten: Das Löwentor solle im Herbst 2018 eröffnen. Im ersten Quartal 2017 werde mit den Baumaßnahmen begonnen. Neben der bereits avisierten Niederlassung von H & M werde es wohl weitere "bekannte und beliebte Marken" in die Lessingstadt ziehen. Welche genau, das blieb offen. Um die Innenstadt attraktiver zu machen, müssten sich natürlich auch die vorhandenen Einzelhändler und Gastronomen einbringen, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Und weiter: "Mit Online-City Wolfenbüttel, freiem W-Lan in vielen Bereichen der Stadt, einem aktiven Citymanagement und einer aktiven Wirtschaftsförderung sowie der Sanierung von Fußgängerzone und Schlossplatz sei man hier auf dem richtigen Weg." Besser werden könne man allerdings noch im Bereich der einheitlichen Öffnungszeiten und in der Vermittlung eines positiven Selbstbildes nach außen. "Das 'Wir in Wolfenbüttel' sollte unbedingt gestärkt werden", so Schmidt-Waechter.

"Die Lage ist sehr angespannt."



Susanne Röder. Archivfoto: Donner Foto: Anke Donner)



Gerade beim Thema Sanierung aber liegen die Nerven in Wolfenbüttel blank, wenn man sich mit den Einzelhändlern unterhält. Susanne Röder vom Röber Gourmetmarkt bringt es auf den Punkt: "Die Lage ist sehr angespannt." Röber und die Geschäfte am Kornmarkt hatten unter der Neugestaltung des Kornmarktes massiv zu leiden. Die dortigen Umsatzeinbußen habe man auch nicht durch gemeinsame Aktionen ausgleichen können. Und noch immer sei das Niveau vor Einrichtung der Baustelle nicht erreicht. "Es kommen weniger Leute in die Stadt. Das merkt man schon", erzählt Susanne Röder. Ein wesentlicher Grund liege ihrer Meinung nach unter anderem in dem verwaisten Hertie-Komplex. Darunter litten nicht alle Einzelhändler gleichermaßen. Aber insgesamt müsse, so ihr Eindruck, man sich Sorgen machen.

Massive Geschäftseinbußen



Die Baustelle unter den Krambuden. Foto: Andreas Molau



So sieht das auch Steffi Tires, die mit ihrem Sohn Nourdin unter den Krambuden ein Bistro und Feinkostmarkt betreibt. Heute war der zweite Tag seit Langem, an dem die beiden ihren Grill wieder auf der Baustelle aufbauen konnten. "Als der drinnen stand, musste ich mit massiven Einbußen zurechtkommen", so Nourdin Tires. Wie ist die Rathaus-Veranstaltung bei den Tires angekommen?. Steffi Tires wiegt den Kopf: "Alles sollte einen positiven Eindruck machen. Wir möchten ja glauben, dass das mit dem Löwentor klappt." Aber Fragen blieben. Vor allem die: "Wie bekommt man junge Studenten in die Innenstadt? Die fehlen hier massiv." Ob die Informationsveranstaltung für Klärung gesorgt habe? Ein wenig vielleicht, meint Steffi Tires. Obwohl auch Kontroverses aufgekommen sei. Etwa die Fokussierung auf das untere Ende der Fußgängerzone. Jedenfalls hoffen die beiden, dass die Baustelle vor der Tür bald möglich durchgestanden sei. Dann werde man weiter sehen.


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