Region. Kostenexplosion an den Zapfsäulen der Region: Der Krieg in der Golfregion hat seit dem vergangenen Wochenende zu einem deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise geführt. Zur Wochenmitte waren sowohl Super als auch Diesel oft nur noch für mehr als 2 Euro pro Liter zu haben, wie regionalHeute.de berichtete.
Am Donnerstag kratzt auch E10 in der gesamten Region an der 2-Euro-Marke oder ist bereits drübergeklettert. In Wolfsburg und Helmstedt kostet E10 bereits mehr als 2 Euro pro Liter, während dieser Sprit in Goslar, Peine und Braunschweig noch unter der Marke liegt. Der ADAC erklärt jetzt die Hintergründe der Kostenexplosion. Verkehrsclubs geben zudem Hinweise, wie sich am günstigsten tanken lässt.
Straße von Hormus blockiert
Laut einer Pressemitteilung des ADAC zeige eine Auswertung des Vereins zu den Kraftstoffpreisen, dass ein Liter Super E10 sich im Vergleich zur Vorwoche stark verteuert habe. Noch deutlicher sei im gleichen Zeitraum allerdings der Dieselpreis gestiegen. Auslöser des sprunghaften Anstiegs seien laut ADAC der Krieg im Nahen Osten und die damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen. So wird die Straße von Hormus durch den Iran blockiert, über die täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmengen transportiert werden.
Diesel-Preis besonders empfindlich
Vor allem die Preisentwicklung des Diesel-Kraftstoffs lässt so manchem Autofahrer derzeit die Kinnlade runterklappen. Der ADAC erklärt: Der Diesel-Preis reagiere bei Kriegen und Versorgungsengpässen sensibler als Benzin und könne daher schneller und kräftiger steigen. Hinzu kommt, dass die Flüssiggaslieferungen aus Katar derzeit stark eingeschränkt sind, was die Nachfrage nach Diesel erhöht, da dieser in Teilen der Industrie und Energieerzeugung Erdgas ersetzen kann.
Der Benzinpreis reagiere dagegen weniger stark auf die aktuelle Lage, weil Benzin vor allem im Verkehr eingesetzt wird und die Nachfrage dort relativ konstant sei. Dennoch werde auch dieser Preis maßgeblich vom Ölpreis beeinflusst. Hinzu kommt, dass Deutschland – weitgehend anders als bei Benzin – viel fertigen Diesel importieren müsse.
So lassen sich Spritkosten sparen
Der ADAC empfiehlt ungeachtet der aktuellen Preisentwicklung, möglichst abends zu tanken, denn dann sind die Kraftstoffpreise niedriger als morgens. Auch der ACE Autoclub Europa hat einige Tipps für Autofahrer parat und empfiehlt, den Tank nicht komplett leer zu fahren, da dann der Druck steige, die nächstgelegene Tankstelle zu erreichen. Beim Fahrstil empfehle es sich, mit möglichst konstanter Geschwindigkeit unterwegs zu sein und nicht zu schnell zu fahren, so der ACE. Beide "Clubs" raten zudem dazu, vor dem Tanken online die aktuellen Preise zu vergleichen.

