whatshotTopStory

„Krebserregend“: Stadtratsfraktion kämpft gegen Glyphosat

von Frederick Becker


Die Linksfraktion im Stadtrat hat einen Antrag eingebracht, der den Unkrautvernichter Glyphosat von den städtischen Grünflächen verbannen soll. Symbolfoto: Robert Braumann
Die Linksfraktion im Stadtrat hat einen Antrag eingebracht, der den Unkrautvernichter Glyphosat von den städtischen Grünflächen verbannen soll. Symbolfoto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

Artikel teilen per:

19.02.2018

Salzgitter. Die Stadtratsfraktion der Linken möchte den Einsatz von Glyphosat auf städtischen Flächen verbieten. Sie hat dazu einen entsprechenden Antrag formuliert, der am morgigen Dienstag im Betriebsausschuss behandelt werden soll. Die letzte Entscheidungskraft haben dann die Ratsmitglieder in ihrer nächsten Sitzung am 13. März.



Der Antrag lautet wie folgt: „Künftig wird in Verträge über die Verpachtung städtischer Flächen aufgenommen, dass auf den Flächen kein Glyphosat eingesetzt werden dürfen. Sowohl bei Neuverpachtungen als auch bei der Verlängerung auslaufender Pachtverträge wird dieser Verzicht vertraglich abgesichert."

Die Fraktion merkt zur Begründung an, dass der Rat bereits am 9. Februar 2012 beschlossen habe, dass die Grünpflege in Salzgitter nachhaltig ohne den Einsatz von Herbiziden geschehen solle. Nun solle diese Regelung auf alle städtischen Grundstücke ausgedehnt werden.

Auch das Nahrungsangebot der Insekten ist bedroht


Und weiter: Der Wirkstoff Glyphosat stehe außerdem laut einigen Studien im Verdacht, krebserregend zu sein. Die WHO stufe den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Nicht zuletzt entziehe die flächenweise vollständige Vernichtung von Wildpflanzen Insekten einen nicht unerheblichen Teil des Nahrungsangebots und gefährde so indirekt den Insektenbestand.

„Auch wenn die Auswirkungen von Glyphosat noch nicht vollständig erforscht sind, sind die bisherigen Erkenntnisse und Bedenken so gravierend, dass der Einsatz vom Glyphosat im Entscheidungsbereich der Stadt unterbunden werden sollte."


zur Startseite