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Kriminalstatistik 2017: Ein historisches Tief an Straftaten



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Kriminalstatistik 2017: Ein historisches Tief an Straftaten

von Alexander Panknin


Pressesprecherin Andrea Haase, Polizeipräsident Michael Pientka und Mathias Müller, Leiter der regionalen Analysestelle, halten das Zahlenwerk am heutigen Freitag in den Händen. Foto: Alexander Panknin
Pressesprecherin Andrea Haase, Polizeipräsident Michael Pientka und Mathias Müller, Leiter der regionalen Analysestelle, halten das Zahlenwerk am heutigen Freitag in den Händen. Foto: Alexander Panknin

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Braunschweig. Die Polizeidirektion Braunschweig zog in einer Pressekonferenz am heutigen Freitag Bilanz mit der Veröffentlichung der Kriminalstatistik 2017. Polizeipräsident Michael Pientka ist stolz über ein "historisches Tief" an Straftaten.



Pientka zeigte sich zufrieden mit den Zahlen seiner Direktion. Zusammen mit Pressesprecherin Andrea Haase undMathias Müller, Leiter der regionalen Analysestelle, stellte der Polizeipräsident die Zahlen vor.

Die Gefahr, Opfer von Kriminalität zu werden, ist in der Region Braunschweig erneut gesunken. Die Kriminalitätshäufigkeit der Polizeidirektion Braunschweig ist im Schnitt um fast sieben Prozent geringer als die des Landes Niedersachsen. Das Straftatenaufkommen ist auf einen historischen Tiefstand gefallen. Bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls konnten gute Sicherheitsgewinne erzielt werden und die Trendwende 2016 hat sich in 2017 nachhaltig verfestigt. Dennoch bleiben Wohnungseinbruchdiebstahl und Kraftfahrzeugkriminalität weiterhin die größten Herausforderungen.

Wie sicher sind die Landkreise?


Wolfenbüttel hat es wieder auf den ersten Platz der sichersten Landkreise geschafft, während Helmstedt die einzige Stadt in der Region ist, in der ein negativer Trend zu verzeichnen ist.

In der Region Braunschweig wurden im Jahr 2017 genau 69.948 Straftaten registriert. Das bedeutet einen Rückgang von über 3.637 Fällen im Vergleich zum Jahr 2016. Die Kriminalitätshäufigkeit ist im Jahr 2017 mit 6.163 Straftaten pro 100.000 Einwohner und 6.491 im Vorjahr im zweiten Jahr in Folge gesunken.


Gleichzeitig konnten die Aufklärungsquote auf 62,12 Prozent (2016: 59,34 Prozent) erhöht werden. Beides sind Bestwerte seit Bestehen der Polizeidirektion Braunschweig (mit heutigem Zuständigkeitsbereich). Geprägt ist die Entwicklung der Straftaten von 2016 zu 2017 durch einen Rückgang von Diebstahlsdelikten, wie beim Ladendiebstahl, Taschendiebstahl sowie beim Wohnungseinbruchdiebstahl einschließlich des Diebstahls von und aus Autos. Die Zahl der Diebstähle ging insgesamt um 2.407 Straftaten zurück. Alleine im Wohnungseinbruch wurden knapp 200 Fälle weniger registriert. Die Aufklärungsquote konnte in diesem Bereich um über acht Prozent auf 23,72 Prozent erhöht werden. Zudem gab es einen Rückgang bei den Rohheitsdelikten.

Pientka über das Jahr 2017


"Ich bin sehr stolz auf unsere Ergebnisse in der Kriminalitätsbekämpfung und der Präventionsarbeit. Seit 2004 ist die Polizeidirektion Braunschweig in der Region zwischen Harz und Heide zuständig: Seitdem haben wir mit 62,12 Prozent die bislang höchste Aufklärungsquote erreicht. Und wir haben erstmals weniger als 70.000 Straftaten in Bearbeitung gehabt.

Den Rückgang auf dieses 'historische Tief' führe ich auf die gute Kombination von Präventions- und Ermittlungsarbeit zurück. Beispielsweise haben wir uns vor drei Jahren auf die Fahne geschrieben, einen Schwerpunkt unserer Arbeit auf die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls zu legen. Dazu wurden viele Maßnahmen ergriffen, die langfristig diesem Phänomen entgegenwirken sollen. Die Bürgerinnen und Bürger wurden durch die Prävention vor Ort zum Einbruchsschutz sensibilisiert. Sie wurden zudem ermutigt, im Zweifel über den Notruf 110 die Polizei über Beobachtungen zu informieren. 2017 konnten wir durch die guten Hinweise aus der Bevölkerung und unsere umfassenden Fahndungs- und Ermittlungstätigkeiten vermehrt Täter bei der Tatbegehung festnehmen. Über das Jahr 2017 sind die Taten in diesem Deliktsbereich deutlich nach unten gegangen.

Inzwischen wird mehr als die Hälfte der polizeilichen Arbeitszeit aller Polizistinnen und Polizisten meiner Behörde in der 'Kriminalitätsbekämpfung' geleistet. Sie gehört neben der Gefahrenabwehr, der Verkehrssicherheitsarbeit und der Präsenz zu unseren Kernaufgaben.

Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Anstrengungen nun Früchte tragen. Wir müssen aber am Ball bleiben! Deswegen ist der Wohnungseinbruchdiebstahl nach wie vor für uns ein hoch priorisiertes Thema und in unserer Strategie 2020 fest verankert."

Kein Tag ohne Gewalt gegen die Polizei


Ein unschönes Phänomen sei nach wie vor die ansteigende Zahl an Übergriffen gegen Polizisten. Besonders betroffen seien dadurch mit rund 90 Prozent hauptsächlich Kollegen im Einsatz- und Streifendienst. Allein in 2017 habe es über 500 Fälle gegeben. Jeden Morgen bekäme der Polizeipräsident die Zahlen aller Ereignisse vorgelegt: "Es vergeht kein Tag ohne Gewalt an Beamten."


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