Kritik aus Braunschweig: Bürokratie und Regelwerk bremsen Wirtschaft aus

Auf dem Neujahrsempfang der IHK in Helmstedt findet unter anderem der IHK-Präsident deutliche Worte.

Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim Neujahrsempfang der IHK Braunschweig (von links): Wittich Schobert (Bürgermeister Stadt Helmstedt), Bärbel Heidebroek (Vizepräsidentin IHK Braunschweig), Tobias Hoffmann (Präsident IHK Braunschweig), Grant Hendrik Tonne (Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen), IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Löbermann, Jens-Uwe Freitag (Vorstandsvorsitzender BS Energy), Dr. Ingo Lippmann (Vorstandsvorsitzender BLSK), Marc Knackstedt (Vorsitzender des Vorstands der Öffentlichen Versicherung Braunschweig), Gerhard Radeck (Landrat des Landkreises Helmstedt).
Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim Neujahrsempfang der IHK Braunschweig (von links): Wittich Schobert (Bürgermeister Stadt Helmstedt), Bärbel Heidebroek (Vizepräsidentin IHK Braunschweig), Tobias Hoffmann (Präsident IHK Braunschweig), Grant Hendrik Tonne (Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen), IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Löbermann, Jens-Uwe Freitag (Vorstandsvorsitzender BS Energy), Dr. Ingo Lippmann (Vorstandsvorsitzender BLSK), Marc Knackstedt (Vorsitzender des Vorstands der Öffentlichen Versicherung Braunschweig), Gerhard Radeck (Landrat des Landkreises Helmstedt). | Foto: Timo Klingebiel/IHK

Braunschweig/Helmstedt. Bürokratie und übertrieben viel Regelwerk – diese Dinge kritisierte jetzt die Industrie- und Handelskammer Braunschweig (IHK) bei ihrem Neujahrsempfang: Sie würden die Wirtschaft der Region und insbesondere den Mittelstand demnach ausbremsen.



Rund 600 Gäste aus Wirtschaft und Politik kamen dabei laut Pressemitteilung der IHK im Brunnentheater im Helmstedt zusammen. In Frack und Zylinder haben IHK-Präsident Tobias Hoffmann und Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Löbermann auf humorige Art und Weise die Themen Bürokratie und Überregulierung in den Fokus gerückt, bevor Hoffmann deutlich ernstere Worte für die wirtschaftlichen Entwicklungen fand.

IHK-Präsident: Gesetzgeber hat es mit Regelwerken übertrieben


„Viele Probleme der Unternehmen sind noch immer nicht ausreichend beseitigt und wir müssen weiter konstruktiv darauf hinweisen, dass es der Gesetzgeber mit Regelwerken übertrieben hat. Seit Jahren adressieren wir als IHK die Themen der Wirtschaft an die zuständigen Stellen – regional, landesweit, auf Bundes- und Europaebene. Dieselben Themen immer wieder aufzuwärmen, wird irgendwann langweilig, die Situation ist bekannt und mittlerweile auch im Kanzleramt angekommen.“

Hoffmann kritisierte, dass diese Überregulierung vor allem den Mittelstand betreffe: „Und wer spürt es unmittelbar und merkt es direkt im Vermögensausweis, wenn es die aktuellen wirtschaftlichen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erforderlich machen, über Investitionen und Standorte leise oder auch laut nachzudenken? Wir alle hier, der Mittelstand. Überwiegend solide eigenkapitalfinanziert, nicht überschuldet und unseriös überbewertet, wie so manches seltene, aber umso lautere Einhorn.“

Auch Grant Hendrik Tonne, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, äußerte sich zur hiesigen Wirtschaft: „Niedersachsen und die Region Braunschweig zeigen, dass Wachstum und Transformation gelingen können, wenn Politik, Wirtschaft und Verwaltung entschlossen handeln. Jetzt kommt es darauf an, Bürokratie abzubauen, Investitionen zu beschleunigen und Unternehmen verlässliche Perspektiven zu geben – bei Energiepreisen, Infrastruktur und Industriepolitik. Wettbewerbsfähigkeit fällt nicht vom Himmel, sie ist das Ergebnis klarer Entscheidungen und konsequenten Handelns.“

Zum Abschluss des Bühnenprogramms hat der traditionelle Wurf des 1,50 Meter großen Dartpfeils auch diesmal wieder den Ort für den nächsten IHK-Neujahrsempfang festgelegt, der am 12. Januar 2027 in Peine stattfinden wird.