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Künstlerbuchpreis 2019 geht an Marshall Weber



Wolfenbüttel

Künstlerbuchpreis 2019 geht an Marshall Weber


Foto: Marshall Weber, At the Theodore Adorno Memorial, 2006
Foto: Marshall Weber, At the Theodore Adorno Memorial, 2006

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Wolfenbüttel. Der New Yorker Buchkünstler erhält den mit 6.000 Euro dotierten Preis der Herzog August Bibliothek und der Curt Mast Jägermeister Stiftung. Verbunden mit dem Preis ist auch die Möglichkeit, bis zu einem Monat an der Herzog August Bibliothek zu arbeiten, um ein aus den Beständen der HAB inspiriertes Künstlerbuch zu fertigen, wie die HAB berichtet.



Weber werde an der Herzog August Bibliothek sein eingereichtes Konzept „The Wolfenbüttel People’s Library“ umsetzen. Zusammen mit Menschen in und außerhalb der Bibliothek werde er das Phänomen des Künstlerischen im Buch erörtern und sie zur Mitarbeit an einem Werk dieser besonderen Gattung animieren. Sein Konzept sei die logische Folgerung der Arbeit, die Weber seit vielen Jahren für die Akzentsetzung des Künstlerbuchs leistet. Seine, oft mit anderen Künstlern gemeinsam verwirklichten Bücher leben von der Unmittelbarkeit des Umgangs mit Papier, Textschrift, Zeichnung und Abreibungen. Sie reagieren auf gesellschaftliche Gegebenheiten und entwickeln dabei einen eigenen Reiz des Schöpferischen, Lyrischen und sind doch nah an der Lebenswirklichkeit des Alltags.

Bewerbungen aus aller Welt


Die Jury habe ihre Wahl nicht zuletzt damit begründet, dass mit Weber eine Persönlichkeit gewürdigt werde, die sich mit großem Sachverstand und einem höchst kommunikativen Profil eindrucksvoll der Förderung des Künstlerbuchs verschrieben habe. Weber habe sich mit seinem Konzept gegen 27 Mitbewerber durchgesetzt. Die zweite Ausschreibung brachte neben Bewerbungen aus den Vereinigten Staaten und Europa auch Eingänge aus Kanada, Australien und Ägypten. „Wir sind sehr angetan von der Internationalität, die wir dieses Jahr in den Vorhaben sehen konnten“, so die Jury-Vorsitzende Sabine Solf.



Die Künstlerbuchsammlung der Herzog August Bibliothek wurde in den 1950er Jahren mit zeitgenössischen Werken großer französischer Maler, den livres de peintre, begründet. Malerbücher und Pressendrucke bilden das Profil der international anerkannten Sammlung, die sich an der europäischen Buchkunst orientiert. Bis heute hätten sich Künstlerinnen und Künstler immer wieder aufs Neue dem Künstlerbuch genähert und sowohl auf traditionelle als auch experimentelle Weise die Grenzen des Mediums ausgelotet. Im Hinblick auf die Geschichte und die Entwicklung der Sammlung haben die Herzog August Bibliothek und die Curt Mast Jägermeister Stiftung erstmals für das Jahr 2018 den Preis für Buchkunst ausgelobt, der gleichzeitig das Engagement von Sabine Solf für die Belange der Bibliothek und ihre Stiftungen ehren solle. Als Kunsthistorikerin begleitete sie den Aufbau der Sammlung und hielt Kontakt zu den Künstlerinnen und Künstlern.

Die Entscheidung über die Preisvergabe sei durch eine Jury erfolgt, der Dr. Sabine Solf, Wolfenbüttel (Vorsitzende), Prof. Dr. Peter Burschel, Direktor der Herzog August Bibliothek, Manja Puschnerus, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Curt Mast Jägermeister Stiftung, Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor-Museums Offenbach und Nikoline Kästner, Papierrestauratorin, angehören.

Über den Künstler:


Marshall Weber sei Mitbegründer der Gruppierung Booklyn. Dort gehe es nicht nur um die Schaffung von Künstlerbüchern, sondern mit Nachdruck um die Vermittlung dieses Genre in breite Kreise der Gesellschaft. Zuletzt habe Weber mit dem Band „Freedom of the Press“ sein Engagement auch für die künstlerische und wissenschaftliche Förderung des Buchs als Publikationsorgan unter Beweis gestellt. Schließlich habe sich Marshall Weber überaus verdient gemacht um die Förderung von Buchkünstlerinnen und Buchkünstlern in anderen Ländern, speziell in Deutschland. In der Sammlung der Herzog August Bibliothek befinde sich von Marshall Weber das 2006 entstandene Künstlerbuch „At the Theodore Adorno Memorial“, das zuletzt 2017 in der Ausstellung „Neue Seiten – Zugänge zur Künstlerbuchsammlung“ gezeigt wurde. Das Unikatbuch „Buy land or buy sea“ (2007) von der Künstlergruppe Organik, der neben Marshall Weber auch Kurt Allerslev und Christopher K. Wilde angehören, wurde 2013 in der Ausstellung „Gewürze, Gras und Gummi – Materialien und Techniken in neuen Malerbüchern“ gezeigt.


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