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Kulturvermittlungspreis: Stadt zeichnete Preisträger aus



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Kulturvermittlungspreis: Stadt zeichnete Preisträger aus

von Anke Donner


Am Sonntagabend wurde im Lessingtheater der Kulturvermittlungspreis übergeben. Fotos: Anke Donner Foto: Anke Donner

Wolfenbüttel. Zum zweiten Mal wurde am Sonntagabend im Lessingtheater der Wolfenbütteler Kulturvermittlungspreis verliehen. Drei erste Plätze wurden an diesem Abend vergeben, die jeweils mit 2.000 Euro dotiert sind. Zudem konnte sich die Jazz Initiative Wolfenbüttel über den Publikumspreis und damit über 1.000 Euro freuen.



Aus 18 eingereichten Projekten hatte eine unabhängige Fachjury drei herausragende, regionale Angebote der Kulturvermittlung oder Kulturellen Bildung ausgewählt.Aus zehn nominierten Projekten wurden dann drei Preisträger benannt, die mit je 2.000 Euro ausgezeichnet wurden. Die anderen sieben nominierten Projekte erhielten eine Anerkennungsprämie von 200 Euro.

"Lessing würde das Herz aufgehen"


Bürgermeister Thomas Pink und Jurymitglied Prof. Dr. Wolfgang Schneider vom Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim nahmen die Verleihung vor. "Dem Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing würde heute Abend das Herz aufgehen. Er war es, wie Sie ja alle besser wissen als ich, der das Erzieherische als Kunst verstehen wollte. Er war es, der Bildung zum wahren Kulturgut erhoben hat und er war es, der die Emanzipation des Denkens durch das Tun propagierte. Und zudem hatte er sich dem Toleranzgedanken verpflichtet. Denn Kunst und Kultur sind eingebunden in die menschliche Vernunft und um die ist es derzeit leider nicht ganz gut bestellt. In Zeiten von offenem Rassismus, in Zeiten wiederkehrendem Nationalismus, in Zeiten von Hass-Mails und Fake News stiftet die Stadt Lessing in guter Tradition einen Kulturvermittlungspreis. Ich gratuliere Ihnen dafür - Ihnen der Bürgergesellschaft von Wolfenbüttel", sprach Wolfgang Schneider in seiner Eröffnungsrede.



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Jurymitglied Prof. Dr. Wolfgang Schneider. Foto:


"Ein Beitrag für lebendige Demokratie"



Und auch der Bürgermeister, der schwor, dass er bis zum Öffnen der Umschläge keine Ahnung hatte, wer die Preise bekommen wird, zeigte sich stolz, dass man in der Stadt Lessings der Kultur eine solch große Bedeutung schenkt. Mit dem Preis würdige man die große Bandbreite der kulturellen Aktivitäten und das hohe Engagement der Vereine, Gruppen, Einrichtungen und Einzelpersonen in Stadt und Landkreis. "Mit der Organisation von Ausstellungen und Konzerten, mit der Erforschung unserer Geschichte vor Ort, mit der Vermittlung von künstlerischen Inhalten und mit interkulturellen Angeboten, leisten Sie, liebe Kulturakteure einen unverzichtbaren Beitrag für eine lebendige Demokratie und ein vielfältiges Gemeinwesen und eine urbane Gesellschaft", so der Bürgermeister und öffnete den ersten Umschlag.

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Bürgermeister Thomas Pink. Foto: Anke Donner



Preisträger: Kunstverein Wolfenbüttel


Die erste Auszeichnung des Abends ging an den Kunstverein Wolfenbüttel. Der Verein bereichere mit Kunst vor Ort und Gesprächen mit Künstlern vor allem schulische Projekte. Claudia Reimann, Elisabeth Vorderwülbecke und Elisabeth Stumpf und anderen Akteuren des Kunstvereins gelinge es seit Jahren, die Kunst der Vermittlung in hoher Qualität zu realisieren, begründete Schneider die Entscheidung der Jury.

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Thomas Pink mit Elisabeth Vorderwülbecke, Günther Langer und Claudia Reimann vom Kunstverein. Foto: Anke Donner


Preisträger: Carsten Schrader und Martin Tschupke - on air tonight


Die zweite Auszeichnung des Abends, ebenfalls mit 2.000 Euro dotiert, ging an Carsten Schrader und Martin Tschupke. Die Macher der Wolfenbütteler Late Night Show "on air tonight" wurden von der Jury ausgewählt, weil allein die Entwicklung eines populären Formats schon Grund genug sei, die beiden Comedians zu ehren. "Ihre Aufarbeitung lokaler Themen auf humorvolle Art und Weise ist besonders originell und vor allem auch wegen der musikalischen Inszenierung sehr unterhaltsam", so Schneider.

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Carsten Schrader und Martin Tschupke von on air tonight. Foto:


Preisträger: Verein Summertime Festival


Die dritte Auszeichnung ging an den Verein des Summertime Festivals. Nicht nur die Anzahl der Mitwirkenden des Vereins, rund 250, und die der Besucher mit etwa 2.500 im vergangenen Jahr, hätten überzeugt, so Schneider. "Imposant ist das in der Region einzigartige Projekt der Jugendkultur, bemerkenswert ist der partizipative Ansatz, ein Ereignis zu schaffen, das auf Zupacken, Zusammensein und Zuhören setzt", erklärte Schneider.

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Susanne Sobottke vom Verein Summertime Festival Foto:


Publikumspreis: Jazz-Initiative Wolfenbüttel


Zum ersten Mal konnte in diesem Jahr auch das Publikum mitbestimmen, wer einen Preis bekommt. Mit dem "Publikumspreis" konnten die Bürger Favoriten per Postkarte beziehungsweise E-Mail bestimmen. 1.465 Einsendungen fanden auf diesem Weg bis zum Ende des Jahres den Weg zur Jury. Der Publikumspreis, der mit 1.000 Euro dotiert ist, ging an die Jazz-Initiative Wolfenbüttel. Der Verein konnte 252 der Gesamtstimmen für sich verzeichnen. Der Preis wurde von Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie für kulturelle Bildung, übergeben. "Über 300 Konzerte, über 170 Bands aus aller Welt, eine Plattform für den traditionellen Jazz in der Vermittlung, Auftritte in Schulen und für 2018 viele weitere Ideen. Das alles ist auf jeden Fall preisverdächtig", so Reinwand-Weiss in ihrer Laudatio auf die Preisträger.

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Axel Kowar und Wolfgang Dyck von der Jazz Initiative mit Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss und Thomas Pink. Foto:


Musical-Mix im Lessingtheater


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Die Musicalgruppe St. Thomas sorgte für Unterhaltung. Foto: Anke Donner



Die Musicalgruppe St. Thomas zeigte zwischen den Verleihungen ihr Können und gab einen kleinen Einblick in ihr Repertoire. Mit Songs aus den bekannten Musicals "Tanz der Vampire", "Les Misérables", "Ich war noch niemals in New York" und "Rocky Horror Picture Show", begeisterten sie die Preisträger und Gäste im Theater.

Die Preisträger im Interview mit regionalHeute.de:



Originalität und Ästhetik


Für die Jury-Auswahl waren Kriterien wie Originalität, ästhetische Umsetzung, Zugänglichkeit des Angebotes und Möglichkeiten der Beteiligung wesentlich. Neben diesen Punkten war zudem die Form der Präsentation, die Einbindung in die kommunale Kulturlandschaft und Bildungsszene sowie die Vernetzung unterschiedlicher Akteure wichtig. Schließlich interessierte die Jury eine mögliche Modellhaftigkeit und Fortführungsidee des Angebotes.

Die Jury


In der Jury saßen Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim), Dorit Klüver (Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Hannover), Markus Lüdke (Musikland Niedersachsen), Birte Stüve (Neues Museum Lüneburg) und Lars Eckert (freischaffender Künstler und Lehrbeauftragter an der HBK Braunschweig).

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Die Preisträger des Kulturvermittlungspreises 2017. Foto: Anke Donner


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