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KZ Außenlage Laagberg: Rat setzt Sondersitzung an



Wolfsburg

KZ Außenlage Laagberg: Rat setzt Sondersitzung an

von Sandra Zecchino


Ein Teil der bei der Ausgrabung gefundenen Fundamente sollen vor Ort erhalten bleiben. Foto: Sandra Zecchino
Ein Teil der bei der Ausgrabung gefundenen Fundamente sollen vor Ort erhalten bleiben. Foto: Sandra Zecchino Foto: Sandra Zecchino

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Wolfsburg. Nachdem der Rat der Stadt Wolfsburg die Frage, wie und wo eine Gedenkstätte für das Außenlagerslager Laagberg des KZ Neuengamme entstehen soll, vertagte, wurde nun einen Sondersitzung am 21. August zu dem Thema angesetzt. Dort beraten und entscheiden die Mandatsträger einen Kompromissvorschlag der Stadt.



In dem Kompromissvorschlag wird die Kennzeichnung des Fundortes deutlicher hervorgehoben als im ursprünglichen Ansatz.

So sollen ein Teil der sichergestellten Fundamente vor Ort verbleiben und im Rahmen der Baumaßnahmen sichtbar gemacht und gekennzeichnet werden.

Problematik


An der Stelle des ehemaligen KZ-Außenlagers ist der Neubau eines Nahversorgungszentrums geplant. Um eventuelle Reste archäologisch zu sichern, fanden Ende März Ausgragungen auf dem Gelände statt. Das Ziel war die Dokumentation, jedoch waren die Überreste in einem deutlich besseren Zustand als erwartet, so dass daran eine Diskussion entbrannte, wie diese am besten als Gedenkstätte erhalten werden können.

Die Fundamente offen oder unter einer Glasplatte vor Ort zu erhalten, berge laut einer Vorlage der Verwaltung das Risiko, dass das Fundament versande oder von Algen, Moos oder Mirkroorganismen versetzt werde. Zusätzlich müsste das dort geplante Bauvorhaben komplett neu geplant und konzipiert werden.

Sicherung der Fundamente



Nun schlägt die Verwaltung ein zweistufiges Vorgehen vor. Im ersten Schritt solle die Untere Denkmalschutzbehörde die Sicherung und den Transport der Fundamente federführend begleiten. "Da die Fundamente als Zeugnis für die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus und für die problematische Stadtgeschichte zur Verfügung stehen sollen und Mahner der menschenunwürdigen Lebensbedingungen in den Konzentrationsaußenlagern sind, ist ein Abbau der Fundamente denkmalpflegerisch vertretbar", argumentiert die Verwaltung in der Vorlage. Dem öffentlichen Interess an der Schaffunge eines angemessenen Gedenkortes an einer authentischen Stelle innerhalb des Laagberglagers, sei Vorrang vor der Erhaltung als Bodendenkmal an Ort und Stelle zu geben.

Gedenk- und Bildungsstätte


Im zweiten Schritt soll eine Gedenk und Bidlungsstätte errichtet werden. Diese solle auf einem anderen Bereich des Geländes der KZ-Außenstelle umgesetzt werden. An dem vorgeschlagenen Ort stand unter anderem der Trafo, der den das Gefangenelager umgebenden elektrischen Zaun mit Strom versorgte, sowie ein Wachturm.

Das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation hat für die Realisierung der Gedenkstätte Partner gewonnen. Dazu zählen aktuell die KZ-Gedenkstätte Neuengramme, die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten und die Landeszentrale für politische Bildung.

Für die Umsetzung solle laut Verwaltung ein Realisierungswettbewerb durchgeführt werden. Dafür sollen Landschaftsarchitekten, Architekten und Ausstellungsgestalter Ideen zur Gestaltung erarbeiten. Nach den Plänen werde sich die Jury aus Vertreter der Partner, der Politik und der Verwaltung zusammensetzen. Für die Umsetzung seien laut Verwaltung Haushaltsmittlen in Höhe von 30.000 Euro notwendig.

Nun liegt es an den Mandatsträgern, ob mit diesem Vorschlag ein Kompromiss gefunden wurde, den alle mittragen können.

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