Region. Der Niedersächsische Städtetag (NST) fordert vom Land ein Rettungsprogramm in Höhe von "mindestens 70 Millionen Euro" für die Stärkung der Innenstädte. Aufgrund des langen Lockdowns sei die Situation dramatisch. Laut Städtetagspräsident Ulrich Mädge müsse ein solches Programm mit schnellen und kurzfristigen Maßnahmen spätestens bis Ostern auf dem Tisch liegen. Der Städtetag und diverse Vertreter der Landespolitik schließen sich damit unter anderem den Forderungen des Wolfenbütteler Bürgermeisterkandidaten Ivica Lukanic an, der bereits Anfang Februar die Notwendigkeit eines Rettungsprogramms betonte.
Der Niedersächsische Städtetag hat hierzu nach einem "Innenstadtgipfel" ein Positionspapier veröffentlicht. Aus der Landespolitik unterstützen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Bauminister Olaf Lies, sowie der Präsident der IHK Niedersachsen, Uwe Goebel die Forderungen: „Unsere Innenstädte und Ortskerne sind für die Menschen Heimat und Identifikationsfaktor. Die Corona-Pandemie greift sie massiv an. Kunden bleiben weg; Tourismus, Kulturbetrieb und Feste finden nicht mehr statt. Daher müssen wir jetzt gemeinsam handeln und die Innenstädte stärken! Über die längerfristigen Maßnahmen und strukturellen Veränderungen müssen wir dann in der zweiten Jahreshälfte weitere Gespräche führen.“
Maßnahmen gegen Leerstand
"Die Krise hat schonungslos unsere Schwächen aufgedeckt"
"Die Menschen erobern sich ihre Innenstädte zurück"
Für den Niedersächsischen Bauminister Olaf Lies gilt es, heute mit neuen Konzepten für die Innenstadtlagen die Weichen für eine Zeit nach Corona zu stellen: „Die Menschen erobern sich ihre Innenstädte zurück. Sie wünschen sich aber mehr als das reine Shopping-Erlebnis. Denn die Innenstädte sind viel mehr als das städtische Zentrum wirtschaftlichen Handelns. Das gilt vor allem für die Zeit nach Corona. Dann muss es uns gelingen, die Menschen wieder runterzuholen vom Sofa und zurück in die Cities: Mit attraktiven Angeboten rund um Kultur, Wohnen und Arbeiten. Wir müssen jetzt die richtigen Weichen stellen, um unsere Innenstädte wieder attraktiv und in der Folge lebendig zu machen. Aber dafür müssen wir sie neu gestalten und vielleicht auch unkonventionelle Wege gehen.“
"Die Zeit zum Gegensteuern ist jetzt"
„Der Strukturwandel in unseren Städten fordert uns alle heraus“, sagt IHKN-Präsident Uwe Goebel. „Deshalb ist es richtig, dass alle Akteure gemeinsam jetzt die richtigen Weichen für die Zukunft der Innenstädte stellen. Städte, Wirtschaft und Landesregierung. Mit unserer Publikation „Zukunft Innenstadt“ haben wir bereits im Januar 2021 auf die prekäre Situation der niedersächsischen Innenstädte aufmerksam gemacht und acht Kernforderungen zur Vitalisierung des Handels und der Innenstädte vorgestellt. Wir müssen gemeinsam verhindern, dass die Innenstädte an wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung verlieren. Die Zeit zum Gegensteuern ist jetzt.“