Wolfenbüttel

Landesforsten und Grüne trafen sich in den Herzogsbergen



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28.03.2014


Cremlingen/Sickte. Vertreter des Niedersächsischen Forstamtes Wolfenbüttel und der Grünen Cremlingen/Sickte trafen sich auf Einladung der Landesforsten in den Herzogsbergen.

Auch die Untere Naturschutzbehörde des Landeskreises war durch Ulrike Wronski und Bernd Peuker vertreten. Anlass für das Treffen war die Kritik der Grünen an den Abholzungen in der Herzogsbergen. Das Forstamt Wolfenbüttel als größtes Forstamt in Niedersachsen erntet jährlich 80000 Festmeter, berichtete Peter Rieckmann, Forstamtsleiter des Forstamtes Wolfenbüttel. Damit werde dem Wald nicht mehr Holz entnommen, als dort nachwächst, so Peter Rieckmann. Ferner hob er hervor, dass die Herzogsberge Kulturwald seien, Wald, der von Menschen gestaltet und verwaltet werde. Es sei also kein Naturwald.

Seit 2004 sei das Gebiet Herzogsberge als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU) ausgewiesen. Innerhalb der Herzogsberge werde die Baumartenverteilung Eiche/Buche mit 54 Prozent/19 Prozent von Seiten der Forst angegeben. Im letzten Winter wurden 85 Eichen gefällt, die auf den ersten Blick keine erkennbaren Schäden aufweisen – bei genauerem Hinsehen sind sie Opfer der Fresssucht des Eichenprachtkäfers. Diese werden vorsorglich geschlagen, um eine Ausbreitung der Käfer zu verhindern.

Auf besonderes Interesse der Grünen stießen die Totholzinseln. Hier stehen abgestorbene Bäume, die als Nistquartiere für verschiedene Spechttarten dienen, erklärte Dirk Strauch, der neue Revierförster.

Mit großem Interesse ließen sich die Grünen den in diesem Winter  erfolgten Kahlschlag erklären. Die Verjüngung der Eiche sei nur durch unterstützende Maßnahmen gegen die enorme Wuchskraft von Buche und Hainbuche möglich. Überließe man den Wald sich selbst, so würde die Buche langfristig dominieren. Daher seien in den Herzogsbergen Kahlschläge (Kulturflächen) erfolgt mit einer Flächengröße, die zwischen 0,5 und 1,0 Hektar liegen. Auf diesen Flächen werden 50000 Eichen ausgesäht, erläuterte Thorsten Späth, im Forstamt zuständig für Waldökologie und Waldnaturschutz. Trotz der nachvollziehbaren Erläuterungen sehen die Grünen die Kahlschläge als Problemzonen der Walderhaltung an.

Die relative hohe  Siedlungsdichte des Mittelspechts, der auf Totholzäste angewiesen sei, von der Peter Rieckmann sprach, wird auch vom Spechtsexperten Martin Steinmann bestätigt. Weitere vorkommende Arten sind Wendehals, Grün-, Schwarz, und Kleinspecht, sowie Pirol und Kolkrabe. In diesem Zusammenhang sprach Thorsten Späth von Habitatbäumen, für die eine Bestandspflicht von mindestens 30 Prozent bestehe. Weiterhin sei die Forst gehalten, einen Erhaltungs- und Entwicklungsplan aufzustellen, der alle zehn Jahre überprüft und weiter entwickelt werde.

Aus Sicht der Grünen habe sich gezeigt, dass es „besser ist, miteinander, als gegeneinander zu reden“, wie sich Peter Rieckmann zur Begrüßung äußerte. Gemeinsam wollen Grüne und Landesforsten die ökologische Bedeutung der Herzogsberge ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen.

 


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