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Landkreis Helmstedt wird Hochinzidenzkommune - Keine Ausgangssperren geplant



Helmstedt

Landkreis Helmstedt wird Hochinzidenzkommune - Keine Ausgangssperren geplant

Der Landkreis Helmstedt wird Hochinzidenzkommune. Zuvor war die 7-Tage-Inzidenz über vier Tage konstant über 100 geblieben.

Auch Helmstedt wird nun zur Inzidenzkommune.
Auch Helmstedt wird nun zur Inzidenzkommune. Foto: Alexander Panknin

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Helmstedt. Nach den letzten vier aufeinanderfolgenden Tagen mit Inzidenzzahlen über 100 wird der Landkreis Helmstedt nun auch Hochinzidenzkommune. Das berichtet der Landkreis in einer Pressemitteilung. Vereinfacht ausgedrückt würden damit ab dem kommenden Dienstag wieder die Regelungen vom Lockdown vom Anfang März gelten. Damit müssten die Schulen und Kindertagesstätten sowie der Einzelhandel ab dem kommenden Dienstag wieder schließen. Treffen im privaten Bereich dürften ab sofort nur noch mit einem Haushalt plus einer weiteren Person erfolgen. Eine Ausgangssperre werde es hingegen noch nicht geben.



Besonders die Schulen seien davon betroffen: Sie gingen wieder in den Distanzunterricht. Ausnahmen gebe es für Grund- und Förderschulen sowie für Abschlussklassen. Diese blieben im Wechselunterricht. Bei Inzidenzzahlen zwischen 100 und 150 könnten die Landkreise vor Ort selbst entscheiden, ob sie eine Ausgangssperre einrichten. „Für den eher ländlich geprägten Landkreis Helmstedt wäre eine Ausgangssperre kaum zielführend und bei Inzidenzen unter 150 daher nicht verhältnismäßig“, erklärt Landrat Gerhard Radeck.

Bereits Anfang April hatten die Inzidenzzahlen an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 100 überschritten. Zu diesem Zeitpunkt konnte man nach Analyse des Infektionsgeschehens davon ausgehen, dass die Überschreitung nur vorübergehend sein würde. Dies rechtfertigte es aus Sicht des Landrates nach Abstimmung im Krisenstab, von der Erklärung zum Hochinzidenzgebiet abzusehen. „Wenn die Inzidenzen um die 100 schwanken, kann man es niemandem vermitteln, wenn alle paar Tage gelockert und dann wieder verschärft wird“, erklärt Radeck. Die weitere Entwicklung der Zahlen hättn dieser Einschätzung dann auch recht gegeben.


Am heutigen Samstag hätten die Inzidenzzahlen des Landes am vierten Tag hintereinander die 100-Marke gebrochen. Maßgeblich für derlei Entscheidung sind demnach die Zahlen des Landes, nicht die tagesaktuellen der Landkreise. Aufgrund unterschiedlicher Meldezeitpunkte der Zahlen des Landes und der Landkreise würden die eigenen Zahlen den Landkreisen den „Blick in die Glaskugel“ erlauben. Daher sei schon am heutigen Samstag klar, dass die Zahlen des Landes auch am Sonntag über 100 liegen werden.

Diffuses Infektionsgeschehen erschwert Maßnahmen


In der Lagebesprechung des Krisenstabes sei das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet erneut analysiert worden. Es seien weiterhin keine Hotspots zu verzeichnen. Das entsprechend diffuse Infektionsgeschehen mache es schwieriger, gezielte Maßnahmen zu treffen, erklärt der Landkreis. Derzeit sei von weiterhin hohen Infektionszahlen auszugehen. „Das Corona-Nachverfolgungsteam arbeitet bei derart hohen Zahlen am Limit“, verdeutlicht Radeck. „Dies und die Tatsache, dass in der Helios-Klinik derzeit bereits 10 von 14 Intensivbetten der Corona-Station belegt sind, machen die Notbremse nun leider erforderlich.“

Die Erklärung zur Hochinzidenzkommune könne erst aufgehoben werden, wenn die Inzidenzzahlen an sieben aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegen. Die Maskenpflicht in den Fußgängerzonen der Städte Helmstedt und Königslutter am Elm wurden per gesonderter Allgemeinverfügung im zeitlichen Gleichklang mit der Landesverordnung bis zum 09. Mai verlängert.


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