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Landkreis reagiert auf Vorwürfe gegen Sicherheitsfirma



Gifhorn

Landkreis reagiert auf Vorwürfe gegen Sicherheitsfirma

von Kai Baltzer


Symbolbild Foto: Robert Braumann
Symbolbild Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Brome. Nach einem NDR Bericht über ein Sammelflüchtlingsheim in Brome, in dem starke Kritik an der betreibenden Sicherheitsfirma, insbesondere deren Geschäftsführer Frank E., reagiert der Landkreis Gifhorn.

Wie aus Medienberichten hervorgeht, sei die Landrätin Evelin Wißmann persönlich in der Unterkunft gewesen, um mit Frank E. zu sprechen. Dieses Gespräch habe mehrere Stunden gedauert. Am gestrigen Nachmittag habe die Landräten dann das Ergebnis des Gesprächs verkündet: Man werde sich zum 31. August von der Firma trennen.


Doch was war der Auslöser? Was wird Frank E. vorgeworfen? Laut Recherchen des NDR in der Unterkunft habe der Chef von Protector Security mit harter Hand die Unterkunft geleitet. Es hätte eine Sanktionsliste gegeben, nach der Bewohner bei Fehlverhalten bestraft würden. Der Hauptvorwurf sei allerdings das Zeigen eines IS-Propagandavideos, in dem jemand geköpft worden sei. Anfangs habe Frank E. dies noch bestritten, in einem Schreiben an den NDR habe er dann letztlich zugegeben, das Video gezeigt zu haben. Seine Begründung: Er hätte den Bewohnern zeigen wollen, wie schlimm es doch in deren Heimat sei und wie schön es für sie in Deutschland wäre. Er würde "immer wieder die gleiche Leier" hören, dass es doch alles so schwierig sei in Deutschland und sie wieder heim wollen. Er habe zwar eingeräumt, dass es nicht richtig war, dieses Video zu zeigen und habe Reue gezeigt. Dennoch sah Kreisrätin Evelin Wißmann keine Möglichkeit zur weiteren Zusammenarbeit und kündigte den Vertrag.

Zum ersten September sucht der Landkreis nun also einen neuen Betreiber für das Heim. Für die Zukunft wollen man auf eine Mischträgerschaft setzen, also die Sozialarbeit vom Sicherheitsdienst trennen. Kai Weber, Geschäftsführer des Flüchtlingsrates, halte es grundsätzlich für fragwürdig, Sicherheitsfirmen mit der Flüchtlingssozialarbeit zu beauftragen.


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