Braunschweig

Lebendige Vielfalt in der Schunteraue


Grünlandumbruch trägt zum Verlust von Teillebensräumen und Vernetzungsstrukturen bei, was lokal zu Bestandseinbußen beim Laubfrosch führt. Foto: Stadt Braunschweig
Grünlandumbruch trägt zum Verlust von Teillebensräumen und Vernetzungsstrukturen bei, was lokal zu Bestandseinbußen beim Laubfrosch führt. Foto: Stadt Braunschweig Foto: Stadt Braunschweig

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11.05.2017

Braunschweig/Hannover. Die Mitglieder des Landesfachausschusses (LFA) für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik des NABU Niedersachsen trafen sich am 29. April zu ihrem 12. Jahrestreffen in Braunschweig-Hondelage.



Neben Fachvorträgen über Amphibien, Reptilien, Fische und Libellen unternahmen die Mitglieder eine Exkursion unter der fachkundigen Leitung von Dr. Bernd Hoppe-Dominik in die Schunteraue. Diese wurde in den vergangenen Jahren großflächig renaturiert.

Vorträge zu Naturschutzprojekten


Gut 40 Mitglieder des LFA kamen zum Jahrestreffen in das „Natur-Erlebnis-Zentrum“ des Förderkreises Umwelt- und Naturschutz Hondelage e.V.. Der fachliche Austausch wurde mit verschiedenen Vorträgen zu aktuellen Erkenntnissen aus Naturschutzprojekten unterstützt. So zeigte sich im Projekt „Augen der Landschaft – neu entdeckt!“, dass der Laubfrosch als Indikatorart sehr von den Maßnahmen des Projekts im Landkreis Diepholz profitiert hat. Doch Faktoren wie der Grünlandumbruch tragen auch hier zum Verlust von Teillebensräumen und Vernetzungsstrukturen bei und führen lokal zu Bestandseinbußen beim Laubfrosch. In weiteren Vorträgen wurden die Zwischenstände aus den praxisorientierten Amphibien- und Reptilienschutzprojekten des NABU Niedersachsen vorgestellt. Lisa Schmidt und Christian Höppner wurden als Sprecher für zwei Jahre wiedergewählt.

Rückzugsmöglichkeiten für Fischfauna


Als Gastredner stellte Dr. Thomas Klefoth vom Anglerverband Niedersachsen e.V. das neu gestartete „Baggerseeprojekt“ zur Steigerung der Biodiversität in den künstlich entstandenen Seen vor. Dabei soll – durch Maßnahmen zur Abflachung der Uferzone sowie Totholzeintrag – eine Strukturanreicherung herbeigeführt werden, die vor allem der Fischfauna Rückzugsmöglichkeiten bietet.

60 unterschiedlich strukturierte Kleingewässer


Abschließend führte Dr. Bernd Hoppe-Dominik die Teilnehmer durch die Schunteraue. Hier wurden zwischen Herbst 2009 bis Sommer 2011 auf einem Abschnitt von ca. 5 Kilometern Länge und einer zusammenhängenden Fläche von circa 130 Hektar Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Neben einer naturnah gestalteten Flutmulde mit schnellfließenden und strömungsberuhigten Bereichen wurden circa 60 unterschiedlich strukturierte Kleingewässer auch im Rahmen des NABU-Projekts „LIFE Auenamphibien“ angelegt.

Fische, Libellen, Amphibien


Flache, temporäre Gewässer bieten Amphibien die Möglichkeit, sich ohne Einfluss von Fischen zu entwickeln. Fische in diesen Gewässern schließen die Reproduktion von Amphibien aus. Daneben existieren in tieferen Gewässern auch Lebensräume für einheimische Fischarten. Die Feuchtwiesen der Schunteraue werden teilweise extensiv beweidet, außerdem stehen Flächen für natürliche Auwald-Entwicklung zur Verfügung. „Das Mosaik verschiedener Gewässertypen und Lebensräume wird den verschiedenen Ansprüchen von Fischen, Libellen und Amphibien gerecht“, zeigte sich die LFA-Sprecherin Lisa Schmidt erfreut über die Renaturierungsmaßnahmen des Natuschutzprojekts.


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