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Lebenshilfe errichtet inklusives Wohnheim in der Schillerstraße



Wolfenbüttel

Lebenshilfe errichtet inklusives Wohnheim in der Schillerstraße


Projektleiterin Anja Schildener inspiziert das Gebäude an der
Schillerstraße. Foto: Lebenshilfe
Projektleiterin Anja Schildener inspiziert das Gebäude an der Schillerstraße. Foto: Lebenshilfe Foto: Lebenshilfe

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Wolfenbüttel. Für eines der größten Immobilien-Projekte der Lebenshilfe Wolfenbüttel hat es jetzt den Startschuss gegeben. Die gemeinnützige Einrichtung wird zwei Mehrfamilienhäuser in der Schillerstraße zu einem modernen Wohnheim für Menschen mit Behinderung ausbauen. „Den Bauantrag haben wir jetzt gestellt“, berichtet Projekt-Leiterin Anja Schildener von der Lebenshilfe. Der Baubeginn ist für den Spätsommer vorgesehen. Im August 2017 soll die erste Wohnung bezogen werden.

Bis dahin ist noch viel zu tun. Die Häuser, die die Lebenshilfe von der Wolfenbütteler Baugesellschaft übernommen hat, müssen kernsaniert werden. Außerdem werden die Räume neue Schnitte bekommen. Es sollen insgesamt acht Wohnungen für stationäre und 16 für ambulante Betreuung entstehen – zudem zwei Studentenwohnungen. Die derzeitigen Wohnungsgrößen entsprechen nicht den vom Sozialgesetz vorgesehenen Größen. „Hier werden nur die Grundmauern und die tragenden Wände stehen bleiben. Alles andere wird neu“, berichtet die Wohnheim-Leiterin Schildener. Außerdem werden die derzeitigen zwei Wohnhäuser in der Schillerstraße 5 und 6 mit einander verbunden. Das Gebäude erhält eine Rampe und einen Fahrstuhl. Türen in den Wohnungen werden verbreitert. Die Bäder werden zu Pflegebädern umgebaut. „Das gesamte Haus wird barrierefrei“, erklärt Schildener. In jeder Etage soll es einen Gemeinschaftsraum mit Küche geben. Finanzielle Unterstützung erhält die Lebenshilfe von der Aktion Mensch, den Krankenkassen und dem Land Niedersachsen.

74 Personen auf der Warteliste


Die Nachfrage nach solchen Wohnungen sei riesig, sagt die Wohnheim-Leiterin. Das sei der Hauptgrund, warum die Lebenshilfe dieses Projekt jetzt anpackt. „Derzeit stehen 74 Personen auf unserer Warteliste, davon teilweise nicht mal aus unserer Region“, so Schildener. Sie schwärmt von der zentralen Lage der Immobilie. „Es war eine sehr gute Gelegenheit, eine solche Immobilie zu erwerben, um sie für unsere Zwecke umzubauen. Ich bin froh, dass wir sie genutzt haben“, betont die Projekt-Leiterin. Im neuen Wohnheim werden Menschen mit erhöhtem Pflegebedarf, darunter insbesondere Rollstuhlfahrer, stationär betreut. Für die ambulante Pflege gibt es Wohnungen für Paare, Wohngemeinschaften, Familien und Einzelpersonen. „Dadurch eröffnen sich uns viele neue Möglichkeiten, etwa kurzfristig Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung zu betreuen“, erklärt Schildener. Außerdem soll es ein Verhinderungspflege-Appartement geben. „Dort können Menschen mit Pflegebedarf für eine kurze Zeit betreut werden – etwa weil die Eltern für eine Woche in den Urlaub fahren“, so Schildener. Es soll rund um die Uhr mindestens eine Fachkraft im Haus anwesend sein. Die Lebenshilfe möchte dafür im kommenden Jahr neues Personal einstellen.

Studentenwohnungen


Unter dem Dach entstehen zudem zwei Studentenwohnungen. „Die Studenten können im Wohnheim etwa als Aushilfen mitarbeiten. Das ist aber nur eine Option, keine Voraussetzung“, erklärt Schildener. Dafür kämen beispielsweise Studenten der Sozialen Arbeit infrage – im Grunde aber jede Fachrichtung. Auch die Rasenfläche hinter dem Haus gehört der Lebenshilfe. „Ein schöner Ort für unsere Bewohner“, findet Schildener. Außerdem werde die Einrichtung dort beispielsweise Grillfeste mit den Anwohnern und Nachbarn in der Dichtersiedlung veranstalten. „Die Anwohner zeigen bereits jetzt großes Interesse an unserem Wohnheim. Das freut uns sehr“, sagt Schildener. Zudem kooperiert die Lebenshilfe im Viertel mit den Kirchengemeinden und dem MTV Wolfenbüttel.

Das erste Grillfest


Bereits im April findet das erste Grillfest statt – eine Möglichkeit für die Anwohner das neue Wohnprojekt kennenzulernen und mit Einrichtungsleitung und Architekten ins Gespräch zu kommen. Dort werden auch Pläne aushängen, die zeigen, wie das Haus künftig aussehen wird. Der genaue Termin wird den Anwohnern noch mitgeteilt.


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