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Lebensraum erhalten: ÖNSA und Landwirte wollen den Feldhamster schützen

Sieben Landwirtinnen und Landwirte kooperieren in einem landkreiseigenen Programm zum Feldhamsterschutz.

Zufrieden begutachten Nicole Feige von der Ökologischen NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) und Martin Siemann, Landwirt aus Klein Vahlberg (www.3felderwirtschaft-asse.de), eine Feldhamsterschutzfläche. Siemann führte auf seiner Fläche eine hohe Ährenernte durch. So blieben einige kürzere Ähren stehen, aus denen sich der Feldhamster einen Wintervorrat sammeln kann.
Zufrieden begutachten Nicole Feige von der Ökologischen NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) und Martin Siemann, Landwirt aus Klein Vahlberg (www.3felderwirtschaft-asse.de), eine Feldhamsterschutzfläche. Siemann führte auf seiner Fläche eine hohe Ährenernte durch. So blieben einige kürzere Ähren stehen, aus denen sich der Feldhamster einen Wintervorrat sammeln kann. Foto: Carsten Schütte

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23.09.2020

Wolfenbüttel. Die Ökologische NABU-Station Aller /Oker (ÖNSA) und der Landkreis Wolfenbüttel haben in diesem Frühjahr gemeinsam ein Pilotprojekt zum Feldhamsterschutz ins Leben gerufen: Bewirtschaftende, die eine hohe Ährenernte durchführen und Getreidestoppeln bis zum 1. Oktober stehen lassen, konnten sich diese Maßnahmen unbürokratisch vom Landkreis Wolfenbüttel fördern lassen. Auf den Schutzflächen findet der bunte Nager Deckung vor Feinden und Nahrung und hat genügend Zeit, sich seinen Wintervorrat zu sammeln. Dies berichtet der NABU in einer Pressemitteilung.



„Die meisten Landwirtinnen und Landwirte, die wir angesprochen haben, waren sofort bereit zu kooperieren“, berichtet Nicole Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ökologischen Station. „Nach vorheriger Absprache mit den Bewirtschaftenden sind wir zunächst mit einem Team aus Studierenden und Ehrenamtlichen potentielle Feldhamster-Flächen abgelaufen. Sogar einige der kooperierenden Landwirte haben uns bei der Suche tatkräftigt unterstützt.“ Wurden Feldhamsterbaue gefunden oder waren aktuelle Vorkommen bereits bekannt, sei eine Förderung der Maßnahme auf diesen Flächen in Frage gekommen. So wären die Fördergelder gezielt eingesetzt worden.

Sieben Landwirte hätten für den Feldhamsterschutz gewonnen werden können, die sich mit einer Fläche von insgesamt 33 ha verteilt im ganzen Landkreis an dem neuen Programm beteiligen würden. „Und Weitere haben schon Interesse für das nächste Jahr bekundet. Das ist für den Beginn ein großer Erfolg“, freut sich Feige. „Etwa zwei Kilo benötigt ein Feldhamster für den Winter. Erst wenn er Anfang Oktober seinen Winterschlaf beginnt, wird die Fläche umgebrochen und ganz normal weiterbewirtschaftet.“

Das Schutzkonzept überzeuge auch Martin Siemann, Landwirt aus Klein Vahlberg: „Als die ÖNSA gleich mehrere Baue auf meinen Flächen fand, war die ganze Familie begeistert. Ich habe sofort meine Unterstützung zugesagt.“ Jetzt freue er sich, dass er einen einfachen und unbürokratischen Beitrag zum Schutz des kleinen Nagers leisten zu könne. Um auf die Schutzmaßnahme hinzuweisen, habe er ein Infoschild aufgestellt. Dieses habe der Landkreis allen Landwirten zur Verfügung gestellt, die sich am Projekt beteiligen.

Lebensraum erhalten



Der Feldhamster sei mittlerweile weltweit vom Aussterben bedroht. In vielen Bundesländern Deutschlands gelte er bereits als ausgestorben. Südost-Niedersachsen sei daher ein wichtiger Rückzugsraum geworden. „Schutzgebiete, in denen keine Landwirtschaft mehr durchgeführt wird, wären für den Feldhamsterschutz kontraproduktiv“, so Feige. Im Gegenteil: „Der Feldhamster ist auf eine Bewirtschaftung der Flächen angewiesen. Nur gemeinsam mit der Landwirtschaft können wir seinen Lebensraum erhalten. Ernteausfälle und zusätzliche Arbeitsschritte werden daher in diesem Projekt angemessen finanziell vergütet.“

Carsten Schütte von der Unteren Naturschutzbehörde Wolfenbüttel beurteilt das Projekt positiv: „Die gute Zusammenarbeit mit der ÖNSA hilft uns, mit den Bewirtschaftenden in Kontakt zu kommen und das Programm zu bewerben. Wenn wir so den Bestand im Landkreis stützen können, ist das ein wichtiger erster Schritt.“

Das Schutzprogramm werde im nächsten Jahr fortgeführt. Die Fördervereinbarung werde für jeweils eine Bewirtschaftungssaison abgeschlossen. Interessierte Landwirtinnen und Landwirte könnten sich ab sofort bei Nicole Feige per E-Mail unter nicole.feige@nabu-niedersachsen oder telefonisch unter 01590 4537728 melden oder sich an den Landkreis wenden. Kontakt: Carsten Schütte, E-Mail: c.schuette@lk-wf.de, Tel.: 05331 84376. Auch ehrenamtliche Unterstützung bei der Hamstersuche im Frühling und im Sommer nach der Ernte sei willkommen.


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