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Legionärskrankheit: Lauert die Gefahr aus dem Wasserhahn auch in Wolfenbüttel?

von Anke Donner


Foto: Anke Donner)

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26.03.2014


Wolfenbüttel. Laut Medienberichten wurden im Jahr 2013 deutschlandweit 8866 Fälle gemeldet, bei denen Proben eine gesundheitsgefährdende Konzentration an Legionellen im Trinkwasser ergaben. Lauert die Gefahr auch in Wolfenbüttels Wasserleitungen?


Auskunft über die Situation in Wolfenbüttel erteilt das Gesundheitsamt. Dieses konnte auf Nachfrage unserer Online-Tageszeitung jedoch berichten, dass keine Fälle von Erkrankungen an der Legionärskrankheit im Jahr 2013 vorliegen. Jedenfalls sind dem Gesundheitsamt Wolfenbüttel keine gemeldet wurden. Diese würde über die Labore, Krankenhäuser und Arztpraxen erfolgen, die die Patienten untersuchen.

Gefunden wurden in den Leitungen der öffentlichen Gebäuden, sowie in gewerblich genutzten und vermieteten Gebäuden laut Auskunft des Gesundheitsamtes immer wieder mal Legionellen, die aber nach Angaben des Amtes keine Erkrankungen hervorbrachten, da sie ein natürlicher Bestandteil des Süßwassers sind und in sehr geringer Anzahl auftreten. Treten die Erreger in kleinen Konzentrationen auf, stellen sie also keinerlei gesundheitliche Gefährdung dar. Erst ab einem Wert von 100 KbE (koloniebildende Einheiten) je 100 Milliliter gilt Trinkwasser als kontaminiert und dann wird es gefährlich.

Nach der neuen Fassung der Trinkwasserverordnung, die im Jahr 2011 in Kraft trat, mussten bis zum 31.Dezember 2013 alle Trinkwasser-"Großanlagen" untersucht werden, die sich in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Schwimmbäder), sowie in Häusern befinden, die gewerblich genutzt und vermietet werden.

Demnach muss jährlich eine Untersuchung durch ein akkreditiertes und offiziell gelistetes Labor erfolgen. Dieses Labor entnimmt an vorgegebenen Stellen, beispielsweise am Ausgang des Warmwasserspeichers, am Rücklauf des Warmwasserspeichers (Zirkulation) und an der vom Warmwasserspeicher am weitesten entfernten Stelle proben, die auf Legionellen untersucht werden. Kann die Überprüfung nicht nachgewiesen werden, drohen den öffentlichen Trägern empfindliche Geldstrafen.

Als Besitzer eines Eigenheims tut man gut daran, seine Wasserleitungen regelmäßig zu kontrollieren, um einem Legionellen-Befall vorzubeugen.

Was sind Legionellen?


Legionellen, sind stäbchenförmige Bakterien, die vor allem in stehendem, warmem Wasser leben und erst bei Temperaturen von über 60 Grad absterben. Warmwasserspeicher und wenig genutzte Wasserleitungen können Legionellen ideale Vermehrungsbedingungen bieten. Die optimalen Lebensbedingungen für Legionellen sind Süß- und Salzwasser, ein Temperaturbereich zwischen 25 und 50 Grad, Wasserspeicher, sowie lange Verweilzeiten in Schläuchen und Leitungen.



Wie äußert sich eine Infektion mit der Legionärskrankheit?




Die Erkrankung kann leicht und schwer ablaufen. Bei einer leichten Erkrankung haben die betroffenen mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Halsschmerzen, Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen zu kämpfen. Meist führt diese Erkrankungen nicht zur befürchteten Lungenentzündung und kann mit entsprechenden Medikamenten schnell geheilt werden.

Die schwereren Fälle sind eher die Ausnahme, verlaufen im Krankheitsbild ähnlich, enden aber meist mit einer Lungenentzündung. Ungefähr zwei bis zehn Tage nach der Infektion zeigen sich die ersten Symptome der Legionärskrankheit mit Unwohlsein, hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Reizhusten, Brustschmerzen und Atemnot. Die Legionärskrankheit zieht dann eine gefährliche Lungenentzündung nach sich. Hier sollte schnell gehandelt werden.

Was kann ich tun?


Der beste Schutz vor Legionellen in den heimischen Wasserleitungen ist eine regelmäßige Wartung und Reinigung der Wasserspeicher. Außerdem empfiehlt Andreas Kaupammsenneke, Heizung-und Sanitärmeister der Firma Zogel in Wolfenbüttel, eine regelmäßige Überprüfung der Leitungen. "Besonders die wenig und nie genutzten Leitungen sind gefährdet. Man sollte lieber dafür sorgen, dass die Leitungen im Haus in Ordnung und nicht allzu alt sind", so der Sanitär-Fachmann.

Zwar gibt es Filter, die man in Wasserhähne und Duschköpfe einbauen kann, die sind aber weniger zur Vorbeugung geeignet. Die Filter, die in zwei Varianten erhältlich sind, eigenen sich erst, wenn bereits eine erhöhte Konzentration an Legionellen nachgewiesen wurde. "Zur Vorbeugung würde ich diese Filter nicht unbedingt empfehlen, da eine Variante auf Chemikalien basiert. Und wer möchte schon in Chemikalien duschen? Die andere Variante besteht aus feinen Membranen, die die kleinen Tierchen aufhalten. Diese Möglichkeit wäre zur Vorsorge schon eher geeignet", erklärt Kaupmannsenneke.

Die Legionellen-Duschfilter sind ab 70 Euro erhältlich.


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