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Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit: Dynamik gegenüber April und Mai leicht abgeschwächt

Dies berichten die Agenturen für Arbeit in den jeweiligen Agenturbezirken.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

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02.07.2020

Region. Die Agenturen für Arbeit in der Region haben am Mittwoch die Arbeitsmarktberichte für den Monat Juni veröffentlicht. In allen Teilen der Agenturbezirke sei die Arbeitslosigkeit erneut gestiegen, allerdings weniger als in den beiden Vormonaten. Dennoch sei die Arbeitlosigkeit im Vergleich zum Vorjahr enorm angestiegen, was mit der Corona-Krise und der Kurzarbeit zusammenhänge, so die regionalen Arbeitsagenturen in ihren jeweiligen Berichten. Wir fassen diese Berichte für die Region in diesem Artikel zusammen.



Agenturbezirk Braunschweig-Goslar


"Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni erneut, entgegen der üblichen saisonalen Entwicklung, gestiegen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen weiterhin auf die fehlenden Abgänge in Beschäftigung und das reduzierte Angebot an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zurückzuführen. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar ist gegenüber dem Mai leicht um 220 arbeitslose Menschen auf insgesamt 22.156 gestiegen, im Vorjahresmonatsvergleich um 4.137. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 6,7 Prozent und liegt damit 1,2 Prozentpunkte über Vorjahresniveau.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist seit März deutlich gestiegen. Diese Entwicklung schwächt sich mittlerweile leicht ab, da Beschäftigungsaufnahmen sichtlich zugenommen haben sowie auch Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen wieder angelaufen sind“, kommentiert Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar die aktuelle Entwicklung.
Die Zunahme von neu arbeitslos gemeldeten Personen liegt zwar noch über Vorjahresniveau, hat sich aber in den beiden vergangenen Monaten abgeschwächt. Die meisten Zugänge kommen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus dem Verarbeitendem Gewerbe", so die Einschätzung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, in deren Bezirk auch der Landkreis Wolfenbüttel und Salzgitter fallen.

Agenturbezirk Helmstedt




„Im Juni gab es erneut einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Helmstedt, dieser fiel jedoch geringer aus als in den beiden Vormonaten. Die Arbeitskräftenachfrage ist weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. In den Monaten April und Mai sank die Zahl der Abgänge von Arbeitslosen in Erwerbstätigkeit stark im Vergleich zur Vorkrisenzeit. Erfreulicherweise sehen wir aktuell im Juni im Vergleich zum Vormonat aber wieder verstärkt Beschäftigungsaufnahmen, wenngleich sie immer noch unter dem Vorjahresniveau liegen“, erläutert Ulf Steinmann, Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt.

Besonders betroffen vom Anstieg ist der Bereich der Arbeitslosenversicherung, also dem Bereich der Agentur für Arbeit. Im Zuge der Corona-Krise hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr hier um rund 40 Prozent gesteigert. Im Bereich der Jobcenter stieg der Zahl der dort betreuten Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent an", so die Einschätzung der Arbeitsmarktlage im Bezirk Helmstedt zu dem die Landkreise Helmstedt und Gifhorn sowie die Stadt Wolfsburg gehören.

Agenturbezirk Hildesheim



„Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni aufgrund der Corona-Pandemie und Ihrer Folgen erwartungsgemäß weiter leicht gestiegen“, erklärt Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim die Entwicklung. „Allerdings hat sich die Dynamik im Vergleich zum Vormonat von 4,4 Prozent auf 1,2 Prozent weiter abgeschwächt“, ergänzt Beger zuversichtlich. Insgesamt waren 14.084 Frauen und Männer im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 168 Personen (+1,2 Prozent) mehr als im Mai dieses Jahres und +2.454 (+21,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stagnierte gegenüber dem Vormonat bei 6,3 Prozent (Juni 2019: 5,3 Prozent).

Kurzarbeit

In Folge der Krise haben seit April (Stichtag: 25. Juni) insgesamt 3.586 Unternehmen aus dem Agenturbezirk Hildesheim Kurzarbeit angezeigt (Vorjahr: 26 Anzeigen). Die Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sind, liegt in diesen Anzeigen bei max. 41.648 Personen (Vorjahr: 563 Personen).
Die Anzeigen auf Kurzarbeitergeld ziehen sich durch fast alle Branchen. Besonders betroffen ist das verarbeitende Gewerbe (404 Anzeigen), das Gesundheitswesen (385 Anzeigen), der Einzelhandel (382 Anzeigen), das Baugewerbe (376 Anzeigen) und die Gastronomie (350 Anzeigen).
Im Landkreis Hildesheim ergaben für diesen Zeitraum 2.557 Anzeigen auf Kurzarbeit mit maximal 29.714 voraussichtlich betroffenen Beschäftigten und für den Landkreis Peine 1.029 Anzeigen von Unternehmen mit max. 11.934 Beschäftigten.
Einen wichtigen Hinweis für Arbeitgeber hat Stefan Othmer, Pressesprecher der Agentur: „Die Anzeige von Kurzarbeit muss unbedingt durch den Arbeitgeber schriftlich erneuert werden, wenn der bisher angezeigte Zeitraum nicht ausreicht und länger kurzgearbeitet werden soll. Diese Anzeige muss vor Beginn der Verlängerung erfolgen“, so die Lage im Agenturbezirk Hildesheim, zu dem auch Peine gehört.


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