Wolfsburg. Rund 15,9 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten – die Samtpfoten sind damit das beliebteste Haustier in der Bundesrepublik. Für viele Menschen sind sie echte Familienmitglieder und aus dem eigenen Leben nicht mehr wegzudenken. Kaum vorstellbar also, dass an Katzen Tierversuche durchgeführt werden – und dennoch ist es Alltag. Zwanzig ehemalige Laborkatzen hoffen nun in Wolfsburg auf ein schönes Zuhause.
In Deutschland werden Katzen hauptsächlich für Sicherheits- und Wirksamkeitstests, wie etwa bei Tierarzneien, eingesetzt. Ebenfalls wichtige Bereiche sind die angewandte Forschung sowie die Grundlagenforschung. Wie die Organisation Ärzte gegen Tierversuche e.V. schildert, lag die Anzahl der Katzen, an denen Versuche durchgeführt wurden, im Jahr 2021 bei 862 Tieren. Die Versuche sind dabei durch das Tierschutzgesetz geregelt und unterliegen strengen Auflagen. Entgegen einer weitverbreiteten Meinung dürfen für die Versuche keine Straßen- oder Tierheimkatzen verwendet werden – die Tiere stammen daher meist aus speziellen Zuchten.
Katzen sind sehr menschenbezogen
Die Tierhilfe Wolfsburg e.V. betreut derzeit zwanzig ehemalige Versuchskatzen, die zeitnah in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden sollen. Wie der Verein auf seiner Website schreibt, sind Alonso, Anouk, Birdy, Dori, Frieda, Fussig Julchen, Greta, Holly, Jonny, Loki, Louise, Lutz, Marry, Melody, Nala, Nanni, Pettersson, Selma, Sue und Xena zwischen zwei und fünf Jahre alt und wurden nach Abschluss der vorgesehenen Versuchsreihen nun zur Vermittlung freigegeben. Sie seien allesamt wahre Kuschelmonster und trotz der bisherigen Umstände sehr menschenbezogen.
So sollte das neue Zuhause aussehen
Für die weiblichen und männlichen Katzen werde ein Zuhause ohne Freigang gesucht, denn mit diesem könnten sie nicht umgehen. Besonders wichtig sei bei den neuen Besitzern neben Verlässlichkeit vor allem Geduld und Stabilität. Die Tiere würden zudem nicht in Einzelhaltung vermittelt werden. Wer nun neugierig geworden ist und sich vorstellen kann, eine der ehemaligen Laborkatzen bei sich aufzunehmen, kann sich auf der Website des Tierschutzvereins einen ersten Eindruck verschaffen und diesen bei ernsthaftem Interesse kontaktieren.

